Kommentar

Schwieriger Name, richtiger Schritt

Houruniverse heisst die Nachfolgerin der Baselworld, die im April 2021 ihre Prämiere feiert.

Houruniverse heisst die Nachfolgerin der Baselworld, die im April 2021 ihre Prämiere feiert.

Das Nachfolgeprojekt der eingestellten Baselworld ist jetzt bekannt. Es heisst Houruniverse und will vor allem ein Netzwerk sein, eine Art Austausch- und Distributionskanal für die gesamte Uhren- und Luxusbranche. Der Live-Event, der im April 2021 auf die alte Baselworld-Messe folgt, ist nur ein kleiner Teil des Gesamtkonzepts.

Kaum ist das neue Format der MCH Group bekannt, mokieren sich Basler Lokalpolitiker und Journalisten aber vor allem über den Namen: Wie soll man das bloss aussprechen? Selbst wenn man sich mit dem Englischen und der Kunstwortbildung schwertut, merkt man immerhin: Diese Plattform ist auf einen globalen Markt ausgerichtet.

Der saubere Schnitt – weg vom alten Namen, weg vom alten Konzept – ist richtig. Die neue Strategie ist eine Chance für die MCH Group: Indem sie nun die technologische Entwicklung einer Branche anzapft, deren altehrwürdige Konzerne sich bis heute gegen den Boom der populären Smartwatches wehren. Die einst auf Prunk und Luxus spezialisierte Messe soll nun auch ein zeitgemässer Technologieevent werden.

Das ist für Basel ebenfalls eine Chance: Dieser Schritt erlaubt der Stadt, ein neues Verhältnis zu einer international dominierten Veranstaltung aufzubauen. Denn nur allzu lange bereicherten sich die Basler bloss an der Zahlungsbereitschaft einer ihnen sonst eher unvertrauten Klientel, die jeweils eine Woche im Jahr am Rheinknie zubrachte und dann wieder aus dem Sichtfeld verschwand.

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