Der Blick aus dem Fenster meines Liestaler Büros ist zurzeit wenig erbaulich, zeigt sich doch grosse Bautätigkeit. Während ich im Lüdin-Gebäude an der Rheinstrasse 3 in die Tasten haue, stampfen Dutzende Bauarbeiter direkt gegenüber ein Riesengebäude aus dem Boden. Bis 2019 entsteht dort das Wohn- und Pflegezentrum Tertianum Rebgarten mit 66 Alterswohnungen und 40 Pflegezimmern. Kostenpunkt: 60 Millionen Franken.

Dass sich die Bauherrin, die Swiss Prime Anlagestiftung, als Pensionskassen-Vertreterin um das Wohl der immer älter werdenden Baselbieter Bevölkerung sorgt, ist löblich. Gleichwohl frage ich mich beim Blick auf das so zentral gelegene Areal am Fusse des Stedtlis schon, ob es nicht eine schönere Verwendung dafür gegeben hätte. Eine, die der ganzen Bevölkerung zugute gekommen wäre. Also auch mir. Und das sage ich ganz uneigennützig.

Denn was fehlt unserem Kantonshauptort mit seinem schmucken Stedtli wirklich noch? Ein See. Oder zumindest ein Badeteich. Nirgends kann man sich an warmen Frühlings- oder heissen Sommertagen besser erfrischen, durchatmen, seine Seele baumeln lassen. Ich möchte nicht unhöflich sein, aber der Orisbach vis-à-vis schlängelt sich ja eher etwas verschämt durch Liestal und meine Füsse möchte ich auch nicht unbedingt darin baden. Zudem wäre es DER Grund für Basel-Städter, sich doch einmal nach Liestal zu wagen, gäbe es doch im künstlichen See keine Wickelfisch-Todesfälle wegen zu starker Strömung.

Nun, die Chance ist vertan, der Grundstein für die Ergrauten längst gelegt. Und so komme ich hier weiterhin bloss bei meinen Texten ins Schwimmen.