Vor kurzem erzählte der weit gereiste Novartis-CEO Vas Narasimhan, wie glücklich er darüber sei, in einer Stadt wie Basel zu leben. Hier könne er seine Kinder in eine «normale» Schule und in den Sportclub schicken, hier könne er ohne eine Heerschar von Bodyguards zur Arbeit gehen. Scheinbar steht eine solche Aussage im Gegensatz zu einem so unfassbaren Verbrechen wie der Tötung eines siebenjährigen Knaben im Gotthelf-Quartier vergangene Woche.

Aus solch tragischen Ereignissen zu schliessen, dass Basel unsicher ist, wäre aber verfehlt. Das sind, zum Glück, Einzelfälle. Basel ist nach menschlichem Ermessen eine sichere Stadt – im europäischen und globalen Massstab sowieso. Das zeigt die gestern veröffentlichte Kriminalstatistik der Kantonspolizei. Einer Polizei notabene, die mit hausgemachten Datenleck-Problemen am eigenen Corps erfährt, wo sich ein immer grösserer Schlund an potenzieller Kriminalität auftut: im virtuellen Raum.

In der realen Welt werden die Behörden weiter daran arbeiten müssen, mit den Kehrseiten dessen umzugehen, was wir an dieser Stadt so schätzen: ihre Weltoffenheit und Lebensfreude. Wo der öffentliche Raum von immer mehr Menschen unterschiedlichster Herkunft immer länger und immer exzessiver genutzt wird, werden Ängste geweckt, die in keiner Statistik auftauchen. Sichtbare Polizeipräsenz und ein faktenbasierter, vernünftiger Diskurs in Politik und Medien tragen dazu bei, das Bild einer objektiv sicheren Stadt auch in der subjektiven Wahrnehmung zu verankern.