Basler Fasnacht

Siegeszug im Gläbbergässli

Wird an der Fasnacht immer mehr zu einer «No-Go»-Zone: Das Gläbbergässli.

Wird an der Fasnacht immer mehr zu einer «No-Go»-Zone: Das Gläbbergässli.

Die Basler Fasnacht hat eine Gasse verloren. Trotz erfolgreichem Einsatz der Polizei – es gab zumindest keine Schlägereien – beklagen Cliquen, dass die Grünpfahlgasse zwischen Rümelinsplatz und Hauptpost für sie eine «No Go»-Zone geworden ist. Zu stark bevölkert ist der einst wegen Gewaltvorfällen «Gläbbergässli» genannte Strassenzug nachts. Nicht durch Kostümierte, sondern durch vorwiegend jüngere Partygäste. In der Grünpfahlgasse geht es nicht um die Fasnacht, sondern um die Gelegenheit, in die Stadt zu kommen und draussen zu feiern. Und gleich nebenan herrscht im Unternehmen Mitte währenddessen ein grosses Fest.

Die richtige Fasnacht soll sich also die Gasse zurückholen, fordern Fasnächtler. Nur: Da sind sie auf sich allein gestellt. Nirgends ist geregelt, dass eine Innenstadtgasse für traditionelle Cliquen offengehalten werden muss. Es ist vielmehr umgekehrt: Die Party hat die Gasse erobert. Mit allen Nebeneffekten wie erhöhter Gewaltbereitschaft, Provokationen, Respektlosigkeit. Die Gasse ist zu einer eigenen Zone geworden, die deutlich signalisiert: Hier haben Stammvereine wenig bis gar nichts verloren. Doch egal, ob neue Bedürfnisse oder Generationenwechsel, ohne Anstand geht es nicht: Wer Stammcliquen und Schissdräggziigli passieren lässt, kann feiern bis ins Morgengrauen. Angesichts der aktuell aufgeladenen Situation ist zum Schluss die Variante «Aussitzen und der Polizei überlassen», wie sie einige Gruppen pflegen, aber vielleicht doch der beste Rat. Denn irgendwann ist jede Party vorbei. Die Fasnacht aber bleibt.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1