Thomas Kastl, Manager der St. Jakobshalle.

Thomas Kastl, Manager der St. Jakobshalle.

Die Doppelrolle von Thomas Kastl als zuständiger Kantonsangestellter für die St. Jakobshalle und als deren Vermarkter mit seiner privaten Firma ist heikel und stösst Politikern und Veranstaltern sauer auf.

Stellen Sie sich vor, der Verteidigungsminister würde die neuen Kampfjets bei seiner eigenen Firma bestellen. Oder der Baudirektor wäre nebenher noch Inhaber einer Baufirma, die sämtliche Strassenarbeiten im Kanton erledigt. Unvorstellbar, sagen Sie jetzt. Doch so ähnlich läuft die Vermarktung der St. Jakobshalle, seit Jahren und trotz mehrfacher Überprüfung.

Dass der Kanton gewisse Aufgaben an externe Firmen vergibt, macht zwar durchaus Sinn. Das schnelllebige Event-Business ist sogar ein Paradebeispiel dafür, dass dies nötig ist. Sind doch kleine, agile, bestens vernetzte Spezialisten sicherlich eher in der Lage, grosse Künstler in die staatliche Joggelihalle zu locken, als Staatsangestellte dies tun könnten.

Im Falle der Joggelihallen-Vermarktung mag es sogar zulässig oder nötig sein, dass der Vermarkter auch noch gleichzeitig Kantonsangestellter ist. Zu diesem Schluss kamen zumindest die Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rats und die Finanzkommission bei früheren Untersuchungen. Aber wenn dies so ist, dann ist die Ausgangslage derart heikel, dass dem Doppelmandatsträger besonders stark auf die Finger geschaut werden muss.

Nun gibt es Anzeichen, dass dies im Fall von Thomas Kastl nicht immer konsequent genug geschieht. Wenn dieser beispielsweise auf seiner Homepage angibt, dass er auch Personal im Angebot hat und dies mit Einsätzen in der Joggelihalle belegt, die er im staatlichen Auftrag auch gleich selbst vermarktet. Oder wenn er Macht seines Amtes einer Band den Termin in der Eishalle verwehrt, um ihnen im nächsten Satz die Joggelihalle als Alternative anzubieten.

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