Wetterkapriolen

Sommerferien, Sonnenschein

Feld zwischen Muttenz und Pratteln, das im Juni überschwemmt wurde.

Feld zwischen Muttenz und Pratteln, das im Juni überschwemmt wurde.

Während Portugal mit Überschwemmungen und Sturmböen kämpft, strahlt in Nordeuropa die Sonne. Diesen Sommer ist auf nichts mehr Verlass.

Ich habe diesen Sommer keine langen Ferien. Im Mai war ich beruflich in Hamburg. Alle hatten mich vor diesem hanseatischen Regenloch gewarnt: Ich solle meine Winterjacke mitnehmen, einen Regenmantel und am besten die Gummistiefel! Nichts davon habe ich gebraucht. Hamburg bot vier Wochen strahlenden Sonnenschein bei hochsommerlichen Temperaturen. Nur hatte ich vor lauter Arbeit nicht viel davon.

Meine Freunde, die in der gleichen Zeit in Portugal in den Ferien waren, kämpften dafür mit Sturmböen und Überschwemmungen. Im Juni war ich eine Woche in den Ferien in Dänemark. Ganz oben, in Skagen, wo Nordsee und Ostsee zusammenstossen. Als studierter Skandinavist weiss ich, wie verregnet der nordische Sommer sein kann. Aber nichts da: wieder eine Woche stahlblauer Himmel und Sonne satt. Die Schweiz kämpfte derweil mit Dauerregen und Hochwasser. Ich habe mich im Stillen über mein Wetterglück gefreut.

Auch wenn ich keine langen Sommerferien habe, scheine ich dieses Jahr zumindest meteorologisch alles richtig zu machen. Jetzt giesst es draussen gerade wieder in Strömen. In der Nordwestschweiz ziehen nach ein paar Tagen Sonne einmal mehr Gewitterfronten und Herbstnebel auf. Und Nordeuropa profitiert immer noch von einem Hoch nach dem anderen. Auf nichts ist mehr Verlass.

Nun fahre ich für ein paar Tage nach London. Der britische Sommer ist nicht erst seit dem Brexit ein Sinnbild für trübe Aussichten. Der Wetterbericht prognostiziert trotzdem Sonne, leicht bewölkt, bei 23 Grad. Aber ehrlich, was wäre schon so ein bisschen Londoner Nebelsuppe gegen den Schweizer Sommer 2016?

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