Eigentlich ist der Umgang mit der Sterbehilfe in der Schweiz sehr liberal geregelt. Hier kann ein Mensch, der sein Leiden nicht mehr ertragen mag, seinem Leben unter fachkundiger Begleitung ein Ende setzen.

Und doch: Noch immer ist das Thema ein Tabu. Das zeigt sich am Beispiel Basel. Es grenzt geradezu ans Absurde, dass die Organisation Eternal Spirit Freitodbegleitungen in einem Wohnmobil durchführen muss. Per Grundsatzentscheid verbannte das Bauinspektorat Freitodorganisationen aus Wohnquartieren. Eternal Spirit ist nun auf Standortsuche. Bis dahin wollte die Organisation an wechselnden Standorten auf Basels Strassen tätig sein. Auch das wurde nicht erlaubt, wie das «Regionaljournal» von Radio SRF berichtet. Eternal Spirit will sich daher auf ein Privatareal flüchten.

Die Geschichte zeigt: Noch immer haben viele Mühe damit, den Tod als Teil des Lebens zu akzeptieren. Auch die Basler Behörden wollen möglichst nichts damit zu tun haben. Das zeigten gestern weiterführende Recherchen der bz. Konkrete Anfragen wurden herumgereicht wie eine heisse Kartoffel. Keiner will sich daran die Finger verbrennen. Doch auch die Behörden sind gefordert, Hand zu bieten zu einem Kompromiss – zumindest bis Eternal Spirit einen neuen Standort gefunden hat.

Denn wie auch immer man zur Sterbebegleitung steht: Der grosse Zulauf zu
den Freitodorganisationen gibt ihnen ihre Daseinsberechtigung. Deshalb sollten all die Menschen, die sich in den Tod begleiten lassen möchten, auch in Basel die Möglichkeit haben, dies in Würde zu tun. Ein Wohnmobil auf der Flucht vor den Behörden kann das nicht bieten.