Die «Tageswoche» hat ihr Erscheinen eingestellt. Das Ereignis von Anfang Woche hat ausserhalb der Region beinahe zu mehr Gesprächsstoff gesorgt als in Basel selbst.

Weshalb konnte nur scheitern, was doch augenscheinlich von einer breiten Bevölkerung getragen war? Ist damit auch stiftungsfinanzierter Journalismus gescheitert, dem angeblich rettenden Strohhalm angesichts anhaltender Schwäche des marktfinanzierten Journalismus?

Die gute Nachricht: Die «Tageswoche» wurde von der breiten Bevölkerung nicht im Stich gelassen. Die schlechte: Dazu hätte sie deren Unterstützung zuerst haben müssen. Doch der Anfangshype um das Medium entsprach nie seiner realen Verankerung – ohne die existierende Bedeutung schmälern zu wollen.

Der Reichtum der Stifterin Beatrice Oeri hat zudem die Illusion genährt, Geld spiele keine Rolle. Die gute Nachricht ist nun, dass mit dem Ende der «Tageswoche» die Verlockung abnimmt, stiftungsfinanzierten Journalismus zu überhöhen. Auch Stiftungsgeld ist bloss Geld, mit dem legitimerweise Absichten verfolgt werden und das nur fliesst, solange niemand der Hahn abdreht.

Wenn aus der Endlichkeit der «Tageswoche» gelernt werden kann, so, dass mit guten Absichten und wohlmeinendem Mäzenatentum zwar ein Medium gestartet werden kann, dies allein aber den Kern der Ernüchterung in sich trägt. Entscheidend bleiben die Nutzer, die Leser, die Hörer, die Seher. Ihnen muss das Medium wichtig sein. Sie müssen es auch nach einer Anfangseuphorie wollen und nicht erst wieder im Krisenfall, wenn es zu spät ist.

Wie laut wäre der Aufschrei, wenn morgen die «Republik» von existenziellen Problemen berichten würde?