Sauberkeit

Toiletten für die Freiheit

«Toiletten statt Bussen!»

«Toiletten statt Bussen!»

Der Ärger von Anwohnern und Politikerinnen ist verständlich: Wenn morgens der Hauseingang nach Urin stinkt und auf dem Kinderspielplatz Bierflaschen und Zigaretten liegen, so kann der Frust über die Rücksichtslosigkeit gewisser Leute gross sein. Der mangelnde Respekt vor Kindern, Umwelt, Reinigungspersonal und Anwohnerschaft lässt Zweifel an der Kenntnis grundlegender Anstandsregeln aufkommen.

Der Ruf nach mehr Bussen oder gar nach mehr Überwachung ist da nicht weit entfernt. Doch er wird dieser Stadt nicht gerecht: Wer wegen Glasscherben und Gestank mehr Patrouillen und Polizeipräsenz fordert, verliert die Relationen aus den Augen.

Klar ist aber auch, dass die aktuelle Situation Massnahmen erfordert. Doch statt häufigerer Kontrollen im öffentlichen Raum, wie sie die CVP fordert, braucht es eine Verbesserung der Infrastruktur. Ein Ausbau ist in vielen Bereichen nötig: bei den Abfallcontainern (auch wenn diese ästhetisch nicht reizvoll sind), bei den Aschenbechern, und vor allem bei den öffentlichen Toiletten.

Statt Geld in zusätzliches Personal zu investieren, sollten neue WC-Anlagen installiert werden. Schliesslich wird die Notdurft meist nur dann verrichtet, wenn es wirklich nötig ist. Also dann, wenn die ordentliche Variante – in diesem Fall die saubere Toilette – nicht zur Verfügung steht. Das Plädoyer: Toiletten statt Bussen! Je mehr Bussen, desto weniger Freiheit. Und das will schliesslich niemand.

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