Ob Fussgänger, Velo- oder Autofahrer: Wer dieser Tage die Baustelle an der Markthallen-Kreuzung passiert, läuft nicht nur Gefahr, sich in dem Wirrwarr aus Abschrankungen, Pollern und Schildern zu verlieren. Sondern auch, von einer Fluch-Salve abgeschossen zu werden. Die BVB haben für den reibungslosen Ablauf des Tram- und motorisierten Verkehrs und für die Baustellensicherung Mitarbeiter der Münchensteiner Firma Kroo Security vor Ort positioniert. «Ausgebildete und aufmerksame» Mitarbeiter, wie die Kroo auf ihrer Website proklamiert.

Mag sein, dass diese Mitarbeiter Bescheid darüber wissen, wie man den Verkehr regelt. Nicht Teil der Ausbildung scheint ein höflicher Umgangston mit den Mitmenschen zu sein. Fast schon im Minutentakt werden Verkehrsteilnehmer bei der Markthallen-Kreuzung auf unflätigste Art beschimpft, da wird «gopferdämmelet», werden Kinder angeschrien, weil sie zu früh über den Fussgängerstreifen gelaufen sind, Autofahrern der Vogel gezeigt, weil sie aus der Signalisation nicht schlau werden und nicht wissen, wohin. Und alle anderen wie Schafe über die Kreuzung gescheucht. Ja, die Männer und Frauen im leuchtgelben Tenue lassen ihren Aggressionen auf der Baustelle freien Lauf. Gerade diese Woche wurde ein Autofahrer, der versehentlich auf die Tramspur in Richtung Birsigviadukt geraten war, von einem besonders übel gelaunten Verkehrsdienstler angeblafft, welche Schule er eigentlich besucht habe, «Idiot!» – total aus der Spur geraten.

Ich will nicht in Abrede stellen, dass die Sicherung einer solchen Baustelle, die täglich eine neue Verkehrsführung mit sich bringt, eine Herausforderung darstellt. Doch wie gross der Druck auch ist, der auf den Verkehrsdienstlern lastet: Mit Freundlichkeit fährt man im Leben immer besser als mit respektlosem Verhalten.