Zuggerwatte

Und schon ist der ungruseligste Grusel der Welt vorbei

Wer sich gruseln will, geht auf die Geisterbahn.

Wer sich gruseln will, geht auf die Geisterbahn.

Bahnen, Stände, Schlemmereien: Die bz beleuchtet täglich einen Schauplatz der Herbstmesse.

Keine Gänsehaut

Leute verängstigen und traumatisieren. Das ist wohl das Ziel einer Geisterbahn. Wenn man ohnehin schon bei jedem Horrorfilm beginnt zu weinen, dann kann das gruslige Vergnügen zum Albtraum werden.

Falls man doch all seinen Mut zusammennimmt, sich mit zitternden Beinen in so ein Geisterbahn-Wägeli setzt und hofft nicht zu sterben, dann möchte man aber auch so richtig erschreckt werden. Und zwar so, dass man am nächsten Tag keine Stimme mehr hat und die Sitznachbarin Nägelabdrücke am Arm hat. So, dass man das Schreien noch Kilometer weit hört. So, dass der Besitzer der Geisterbahn dich suchen kommt, da er ernsthafte Bedenken hat, dass wirklich etwas passiert ist.

Pure Enttäuschung

Also setzt man sich da rein. Man schreit schon einmal kurz auf, als der Wagen sich in Bewegung setzt. Man erschrickt, weil sich etwas bewegt. Bei der ersten Figur, die sich irgendwie bewegt und aufleuchtet, schreit man noch kurz. Bei den fünf weiteren bleibt man cool sitzen. Sie sehen zugegebenermassen eh alle ziemlich gleich aus. Und wirklich gruselig sind sie auch nicht. Nach der fünften Attrappe mit langen Haaren und giftgrünen Puppenaugen ist man jetzt also bereit für die richtige «Action».

Noch mal schreit man, einfach um sich einzustimmen und um die Mitfahrenden zu erschrecken. Es klappt.

Also vor allem erschrickt man selbst. Dann kommt eine riesige Plastik-Spinne von der Decke geflogen, und eine Truhe bewegt sich. Noch einmal schreit man laut, obwohl nicht wirklich verängstigt, sondern, weil man möchte, dass sich die sieben Franken lohnen. Dann blendet wieder das Tageslicht, und der ungruseligste Grusel der Welt ist vorbei. (olm)

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