Die Partnerschaft zwischen den beiden Basel ist nach der gescheiterten Kantonsfusion ein zartes Gebilde, dem sich die Politikerinnen und Politiker beidseits der Kantonsgrenze mit Samthandschuhen nähern. Zumindest in der Öffentlichkeit liessen die Basler Regierungsmitglieder auch bei den langwierigen Verhandlungen zum neuen Leistungsauftrag der Universität Nachsicht walten. Als Akt der Diplomatie darf man etwa die Aussage der Basler Finanzdirektorin Eva Herzog (SP) werten, die nach dem berühmten 80-Millionen-Deal sagte, man dürfe das stetige Wachstum der Universität infrage stellen. Die Universität wisse, dass sie in Zukunft mit weniger Geld auskommen müsse.

Es ist zweifelhaft, ob Herzog die Wachstumsstrategie ernsthaft infrage stellt. Als Sozialdemokratin wird sie gegen eine Kürzung beim Bildungsetat sein. Als Basler Finanzdirektorin steht sie auch nicht unter Druck, die Ausgaben zu senken. Doch die Ernsthaftigkeit hinter ihren Aussagen ist zweitrangig. In erster Linie ging es um Symbolik: Im Vorfeld der politisch aufgeladenen Debatte zum Globalbudget 2018 bis 2021 signalisierte sie Verständnis für den Partnerkanton.

Ein ähnliches Fingerspitzengefühl lässt der Universitätsratspräsident Ueli Vischer vermissen, wenn er kurz vor dem Abschluss der Verhandlungen zum neuen Leistungsauftrag schreibt, dass die Staatsbeiträge nach 2022 wieder steigen müssten, ansonsten man den Anschluss an die internationale Spitze verliere. Selbst wenn Vischer mit seiner Einschätzung recht haben sollte: Vor der parlamentarischen Beratung des Globalbudgets bereits von einer langfristigen Erhöhung der Staatsbeiträge zu sprechen, ist ungeschickt, ja kontraproduktiv. Die Bürgerlichen werden sich im Landkanton in ihren Forderungen nach höheren Studiengebühren für Ausländer und einem Abbau beim Fächerangebot bestätigt sehen. Und dies ist
bestimmt nicht in Vischers Sinn.