Entwaffnend offen zeigt sich die Basler Polizei in ihrem Personalheft und stellt die neue Sekundärwaffe vor. Der Begriff verschleiert, um was es sich handelt: ein Sturmgewehr. Ein solches fährt bald in jedem Patrouillenfahrzeug der Basler Kantonspolizei mit.

Es entspricht einem Trend, den das Basler Sicherheitsdepartement seit mehreren Jahren bewirtschaftet: die Aufrüstung des Korps. Es errichtet Betonpfeiler, Polizisten tragen Schutzbrillen; sogar ein gepanzertes Fahrzeug wollte Departementschef Baschi Dürr. Und nun also Waffen, die eine Weste auf grössere Distanz durchschlagen können.

Immer ist von einer diffusen Bedrohung die Rede, obwohl die Polizei in ihrer Argumentation bezeichnenderweise auf ein einziges Attentat zurückgreifen muss, das vor 18 Jahren in Zug geschah.

Nie wurde gesagt, was der Zweck der neuen Waffen ist. Auch eine Abklärung der aktuellen Bedrohungslage fehlte im Antrag der Regierung. Sinn der neuen «Spielzeuge» im Hause Dürr ist nicht der Kampf gegen den Terror, sondern gegen Ängste.

Das subjektive Sicherheitsgefühl ist der Grund, wieso ein Bebbijazz mit Betonpfeilern geschützt wird und ein Jugendkulturfestival nicht: Einem tendenziell älteren und ängstlicheren Publikum soll vermittelt werden, die Polizei sorge für Ordnung. Jugendliche hingegen fürchten sich wohl eher vor forschen Polizisten.

Der Terror ist in beiden Fällen weit weg und liesse sich ohnehin nicht aufhalten. Die Aufrüstung ist im besten Fall Augenwischerei. Im schlimmsten Fall aber werden Waffen im Stadtgebiet eingesetzt, die durchaus kriegstauglich sind. Die Folgen mag man sich nicht ausmalen, wenn ein Polizist wirklich einmal zur vollautomatischen Waffe greift. Das stärkt das subjektive Sicherheitsgefühl sicher nicht.