Mit anderen Worten: Die beiden Exekutiven verfolgen dieselbe Agenda. Bemerkenswert ist auch, dass die Kantonsregierungen in der heiklen Standortfrage nun das Steuer an sich reissen. In einer knapp gehaltenen Mitteilung stellen sie klar, dass der abschliessende Entscheid für oder gegen einen Uni-Standort im Baselbiet gemäss Staatsvertrag ihnen obliege. Die Regierungen übernehmen also – endlich – die Führungsverantwortung.

Das ist auch notwendig. Denn eines sollte besser von Anfang an allen klar sein: Die durch die Verlagerung von Teilen der Uni gleichzeitig beabsichtigte stärkere Verankerung der Baselbieter Trägerschaft in der Bevölkerung lässt sich am besten mit einem Standort Liestal erreichen. Ein Uni-Campus auf dem Dreispitz, im Bachgraben oder auf dem Polyfeld hätte nicht dieselbe Signalwirkung. Das wissen auch die Regierungsvertreter von Stadt und Land. Sie haben mit dem Beschluss, das Feld der Kandidaten auf vier und damit auf solche Gemeinden auszudehnen, die sich bisher weder bei der Uni noch bei den Kantonen gemeldet haben, eine wahrlich delikate Verantwortung auf sich geladen.

Damit wollen die Regierungen wohl der allfälligen Kritik zuvorkommen, sich übereilt auf bloss einen oder zwei Standorte festgelegt zu haben. Zweifellos ist es korrekt, das Verfahren nun objektiv und vorurteilsfrei anzugehen. Das kann freilich nicht darüber hinwegtäuschen, dass der finale Entscheid für einen Baselbieter Uni-Standort trotz gegenteiliger Beteuerungen nicht losgelöst von politischen Überlegungen getroffen werden wird. In Allschwil, Münchenstein und Muttenz darf man sich darüber keine Illusionen machen.