Mit dem Entscheid, in Liestal einen Campus für bis zu 3000 Studierende zu prüfen, setzen Rektorat und Rat der Universität Basel alles auf eine Karte: Gelingt die Ansiedlung der Juristischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, so wird dies die Wahrnehmung der Uni im Baselbiet grundlegend verändern. Derart gross ist der wirtschaftliche und gesellschaftliche Impact, den ein Campus für Liestal hätte.

Am Anfang der heutigen Beziehungsprobleme stehen weniger die klammen Kantonsfinanzen als vielmehr der latente Eindruck vieler Baselbieter, dass der Landkanton beim Bezahlen des jährlichen Globalbeitrags von 160 Millionen Franken zwar ein gleich verpflichteter Partner, die Uni aber eine rein städtische Institution geblieben sei.

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Es wäre falsch, die Uni würde, bloss um den schmollenden Partner zu besänftigen, wichtige Bestandteile auf die grüne Wiese verlagern. Die meisten universitären Institutionen gedeihen am besten in städtischem Umfeld. Ein Umzug muss inhaltlich und finanziell Sinn machen.

Just das scheint hier gegeben: Der Bahnhof Liestal liegt mitten in der Region, an verkehrstechnisch günstigster Lage, in einem vorstädtischen Umfeld, wie wir es von amerikanischen Elite-Unis kennen. Zumindest auf den ersten Blick ist kein vernünftiger Grund in Sicht, der gegen Liestal spricht.

Deswegen ist die Sache auch so delikat: Verläuft das Projekt Uni-Campus Liestal im Sand und werden keine Alternativen auf den Tisch gelegt, so steht die Trägerschaft des Kantons Baselland zur Disposition. Der Einsatz ist hoch. Es gilt: scheitern verboten.