Dass die Anzahl Kinder im Stadtzentrum steigt, ist bemerkenswert und ein deutliches Indiz für eine gestiegene Lebensqualität. Bemerkenswert für die heutige Zeit ist jedoch auch, wie es dazu kam: Vor mehr als zehn Jahren wurde festgestellt, dass kaum Familien im Zentrum leben. Vorstellbar wäre, dass damals (teure) Hau-Ruck-Übungen getätigt oder politisch gefordert worden wären , etwa Liegenschaften zu kaufen und ausschliesslich an Familien mit Kindern zu vermieten.

Behörden und Politik haben sich jedoch anders entschieden. Sie haben dort an den Schräubchen gedreht, wo es ohnehin ihre Aufgabe ist: Beim Verkehr, bei der Gestaltung der öffentlichen Plätze und beim Bewilligungswesen. Schritt für Schritt wurde die Lebensqualität in der Innenstadt erhöht. Auf ehemaligen Parkplätzen kann heute sorglos gespielt werden, den Beizen wurde erlaubt, auf die Trottoirs herauszustuhlen und für die Fussgänger wurde Platz geschaffen, um auf den Strassen zu flanieren. Alles Massnahmen, die, einzeln betrachtet, noch keine Familie dazu bringen, ihre Altstadtwohnung zu behalten statt ins Grüne zu ziehen. Aber in ihrer Gesamtheit offenbar schon.

Manch einem Politiker – aber auch gewissen Behörden selbst – sollte dies ein Beispiel sein. Ziele lassen sich nicht nur durch hartes Durchgreifen im Markt erreichen, sondern auch durch zielgerichtete und kontinuierliche Arbeit.