Die Mine des Versicherungsberaters verdunkelte sich. Er habe keine Unregelmässigkeiten im Vertrag mit meiner alten Krankenkasse entdecken können – ausser, dass ich im Ausland dreifach privatversichert sei. Schon seit zehn Jahren. Ich sagte, das mache doch nichts. Ich könnte also nach einem Unfall im Ausland drei Betten besetzen. Ich dürfte drei Zmorge bestellen und den Chefarzt dreimal nacheinander konsultieren. «Krankenpfleger! Ich hätte gerne einen dreifachen Espresso mit drei Schöggeli, aber dalli!» Leider hatte ich nie einen Unfall. Der Berater guckte kurz auf. «Jaja, aber kommen wir nun zu unserer Offerte.»

Er sagte, bei seiner Versicherung stehe der Mensch im Mittelpunkt. Nicht die Krankheit. Ich sagte, das sei nicht gut. Die Krankenversicherung solle sich doch um mich kümmern, wenn ich krank sei – nicht um mich als Mensch. Ich hätte doch schon Freunde. Und ein Mami auch. Sein Gesicht wurde wieder ernster. «Schauen wir doch mal unsere super Leistungen an!»

Er sagte, er sei zu hundert Prozent von seiner Versicherung überzeugt – würde man ihm die Pulsadern aufschneiden, dann käme da Blut raus in der Farbe der Versicherung. Ich sagte, das sei aber gar nicht gut, das mit seinem Blut. Er müsse dringend selber mal zu so einem Gratis-Check-up, von dem er doch gerade erzählt habe. «Herr Wieland, hier Ihre Offerte!»

Ich sagte, ich würde noch nicht unterschreiben. Ich würde den Vertrag zuerst noch meiner Schwester zeigen. Die käme da draus. Jetzt hatte sein Gesicht die Farbe seiner Versicherung.

Ich verrate nicht, welche Farbe es war. Ich sage nur: Gesund sah er nicht aus.