200'000 Einwohner. Endlich. Der Kanton Basel-Stadt hat die magische Marke im September geknackt, wie die Staats-Statistiker jetzt im Oktober mitteilen. Das ist ein kleiner Sieg für die Basler Regierung. Sie hat dem kleinen Kanton ein ordentliches Wachstumsprogramm verordnet: Bis 2035 sollen 20'000 Menschen mehr im Kanton wohnen und 30'000 Arbeitsplätze mehr geschaffen werden.

Der gemütliche Ort am Rheinknie wird mit diesem magistral verordneten Wachstumskurs zu einer brummenden Dienstleistungsstadt. Und diese wird auch in Zukunft alles daransetzen, den Status als Heimathafen für die zwei weltgrössten Pharmakonzerne zu erhalten. Doch das Kernproblem bleibt. Zwar wächst die Stadt, aber nicht deren Fläche.

Wachstumsschmerz Verkehr

Kurz vor der Volksabstimmung über das Entwicklungsgebiet Lysbüchel und mitten im Streit um die Umsetzung der Wohnschutz-Verfassungsartikel sind die Fragen zentral: Wohin mit den Menschen? Und: Wie kommen die alle bloss von A nach B? Die Infrastruktur ist am Anschlag, das Tramnetz wird derzeit komplett neu erdacht und die Verkehrsträger sind zu Stosszeiten aufs Ärgste verstopft – besonders an den Übergängen zur Agglomeration.

Scharmützel um einzelne Entwicklungsgebiete, um Velostrassen, sogar um Parkplätze sind dabei wichtig: Sie treiben den Diskurs an. Sie sind Symptome der Veränderung. Doch um das Wachstum aufzufangen, braucht Basel eine Gesamtplanung: Eine Vision. Eine, die sich der gesamten Region und ihren Einwohnern erschliesst. Und die darf unter keinen Umständen an den Kantonsgrenzen enden. Sonst wachsen wir nicht. Sonst verstopfen wir nur.