Ein Kollege hat mal gesagt, es gebe bei der Ausbildung bei CH Media einen Vorteil: «Man kommt rum.» Das ist wahr: Vor fünf Monaten habe ich als Oltnerin erstmals einen Fuss in die Stadt Liestal gesetzt, um hier ein Semester bei der bz zu arbeiten. Liestal hat mich positiv überrascht. Nur einen Nachteil gibt es: Ab und zu muss ich nach Basel. Und zwar mit dem Auto.

So auch am Mittwoch. Also setze ich mich ins Auto, tippe die Adresse im Navi ein und fahre los. Schon auf der Autobahn breitet sich langsam ein mulmiges Gefühl in mir aus. Ich mag den Verkehr in und um Basel nicht – Autos, Trams, Velofahrer, Fussgänger und eine Stadt, in der ich mich nicht auskenne. Ich versuche, mich zu konzentrieren. Schliesslich weiss ich, dass ich jedes Mal die falsche Ausfahrt erwische.

Dieses Mal schaffe ich es. Ich verlasse die Autobahn am richtigen Ort – und wiege mich in falscher Sicherheit. Siri sagt «links abbiegen», doch ich bin auf der falschen Spur und fahre rechts. Ich verpasse die nächste Kurve, bremse ab, das Auto hinter mir hupt, Siri meldet zum wiederholten Mal, die Route werde neu berechnet. «Sei still!», schreie ich zurück. Meine schwitzenden Hände krallen sich am Steuer fest, der Autofahrer hinter mir wird wütender. Ein Velofahrer zeigt mir nach einem riskanten Abbiegemanöver den Mittelfinger. Später ermutigt mich mein Chef: Nicht meine Fahrkünste waren die Ursache für den Stinkefinger. Schuld sei das Solothurner Nummernschild.