Drei Stunden verbringe ich jeden Tag im öffentlichen Verkehr. Vom Postauto auf den Interregio auf das Tram, oder anders gesagt: vom kleinen Dorf hinter Luzern in die Redaktion der bz in Basel. Eine Reise, die ich mit Lesen, Schlafen, Musik hören, Video schauen oder einfach aus dem Fenster starren verbringe. Dabei erlebe ich jeweils so einiges.

Während Störungen an Lokomotiven und Fahrleitungen meinen Weg erschweren, rauben mir zudem die Störungen an meinen Mitmenschen zunehmend die Nerven. Wie beispielsweise das streitende Ehepaar, welches sich wild-gestikulierend nicht-jugendfreie Wörter an den Kopf warf. Dies war jedoch nicht genug. Nach jedem Angriff suchte die Frau bei mir nickend Bestätigung. Nach einem hilflosen Lächeln drehte ich meinen Kopf schnell zum Fenster ab. Da plage ich mich lieber mit dem lautstarken Telefonierer in Trainerhosen ab, der gestern «so eine geile Schnitte» kennen gelernt hatte, und diesen Erfolg — der Lautstärke nach — mit uns allen teilen will. Auch immer wieder freue ich mich über den netten Herren, der sich jeweils den Platz genau neben mir aussucht. Auch wenn der Rest des Wagens leer ist. Alles schon erlebt, alles schon überlebt.

Manchmal finde ich Trost von Mitfahrern, die mir mit einem verständnisvollen Nicken zu verstehen geben, dass sie mit mir mitfühlen. Oftmals gibt es jedoch nur eine Lösung, auch wenn diese von Älteren oftmals nur mit Kopfschütteln goutiert wird.

Für mich als 20-Jährige ist dies jedoch Teil der natürlichen Rebellion. Daher: Kopfhörer rein und Musik rauf.