Was gibt es Schöneres, als in der Stadt zu wohnen? Die Dönerbude gleich um die Ecke, die Taxifahrt nach Hause kein finanzieller Ruin. Das dachte ich, als ich vor sieben Jahren das Baselbiet verliess und in die Stadt zog. Noch heute liebe ich das Wohnen in der Stadt. Doch aus einem anderen Grund: Ich schlafe einfach besser, wenn was los ist. Wenn in der oberen Wohnung jemand duscht und unten ein Hund bellt, dann ist das besser als jeder Gute-Nacht-Kuss.

Das mag merkwürdig klingen. Doch wahre Angsthasen sollten es meiden, im ländlichen Nichts zu wohnen. Ständig diese überdimensionierten Spinnen, die sich in der Dachschräge des Schlafzimmers verstecken. Oder die unheimlichen Geräusche, wenn Wind und Wetter dem Haus zusetzen. Ganz zu schweigen von den (tatsächlich einmal vorhandenen) Gedanken, ein Passagierflugzeug könnte über dem Rosenberg abstürzen und in unserem Haus zerschellen. Oder ein Blitz in den Kamin einschlagen, weil neben uns nur das Feld lag.

Das alles war aber nichts im Vergleich zum einen, grossen Unbehagen, das mir nächtelang den Schlaf raubte: die Furcht vor Einbrechern. Schon früh an das Übel fremder Eindringlinge gewöhnt, wuchs die Angst nach jedem Einbruch ins Unermessliche. Heute ist das Haus zwar einbruchsicher, doch die innere Unruhe ist geblieben.

Zum Glück gibt es da die Stadtwohnung! Wenn die Strassenlampe ins Zimmer leuchtet, dann ist hier sogar die Dunkelheit hell. Packt mich das Heimweh dann doch wieder einmal, dann gehe ich auf einen Besuch zurück aufs Land, geniesse Luft, Natur und Weite des Baselbiets – und fahre mit dem letzten Bus wieder zurück in den Trubel, um zu schlafen.