Sprechstunde

Wechseljahre – was ändert sich?

Wechseljahre: Zeitraum, in dem die Fortpflanzungsfähigkeit der Frau langsam erlischt, weil die Eierstöcke die Hormonproduktion langsam einstellen.

Wechseljahre: Zeitraum, in dem die Fortpflanzungsfähigkeit der Frau langsam erlischt, weil die Eierstöcke die Hormonproduktion langsam einstellen.

Die «Sprechstunde» wird vom Kantonsspital Baselland und dem Universitätsspital Basel im Turnus bestritten. Sie erscheint alle zwei Wochen. E-Mail: sprechstunde@bzbasel.ch

«Wie merke, ich ob ich mich bereits in den Wechseljahren befinde?»

Erste Symptome beginnen Mitte 40. Wie sich das Absinken des Östrogenspiegels bemerkbar macht, ist unterschiedlich. Frauen, die einen regelmässigen Zyklus hatten, bemerken oft als Erstes, dass die Abstände unregelmässig werden. Durch die hormonellen Schwankungen in der Übergangsphase treten Symptome wie Hitzewallung, Schlafstörungen, Nervosität, Gelenkbeschwerden und trockene Haut auf. Die Dauer dieser Hormonumstellung variiert und dauert etwa fünf bis zehn Jahre.

«Muss ich meine Ernährung aufgrund der Wechseljahre ändern?»

Es gilt, wie in allen Lebensphasen, sich gesund zu ernähren. Ein Augenmerk muss auf den Kalzium- und VitaminD-Haushalt gelegt werden, da sie als Osteoporoseprophylaxe zentral sind. Ein optimaler Vitamin-D-Spiegel ergibt sich mit 10–20 Minuten täglicher Sonnenbestrahlung auf Arme, Beine und Gesicht. Da dies schwierig umzusetzen ist, benötigen Risikopatientinnen meist eine Vitaminzufuhr. Oder man isst regelmässig Fisch. Die optimale Dosis beträgt 20 Mikrogramm pro Tag. Calcium wird über calciumhaltiges Mineralwasser und Milchprodukte, Nüsse und Gemüse aufgenommen, so, dass hier nur bei Risikopatientinnen eine zusätzliche Calciumaufnahme über Tabletten nötig ist. Ebenso wichtig ist es, genügend Proteine zu sich zu nehmen, um dem Muskelabbau entgegenzuwirken.

«Wie gehe ich mit wechseljahrbedingten Hitzewallungen, Schlafstörungen und Depressionen um?»

Nicht jede Frau leidet unter den Wechseljahrbeschwerden. Treten jedoch störende Symptome auf, bestehen verschiedene Therapiemöglichkeiten, etwa die Kleidung im Zwiebelschalenprinzip anzuziehen oder gewisse Genussmittel wie Kaffee und Alkohol zu reduzieren. Medikamentös können verschiedene pflanzliche Mittel oder Östrogen (bei erhaltener Gebärmutter in Kombination mit einem Gestagen) verwendet werden. Auch Akupunktur, Yoga etc. können hilfreich sein. Sind die Symptome nicht klassisch, sollten andere Erkrankungen wie Schilddrüsendysfunktionen, Depression oder rheumatische Erkrankungen abgeklärt werden.

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