Tout Bâle jubelte vergangene Woche mit Raphael. Und jammerte mit Samuel.

Am gleichen Tag, an dem Fussballterminator Michael Lang seinen Trainer Raphael Wicky mit einem überraschenden Traumpass in den siebenten Himmel der Champions League beförderte, schickte Theaterdirektor Andreas Beck seinen Präsidenten Holzach mit einem unerwarteten Laufpass in die Hölle der Direktoren-Findungskommission. Und schmälerte damit die Chancen des lokalen Musentempels auf die führende Rolle in Europa, die nun in den CL-Achtelfinals dem FCB winkt.

Die noch bessere internationale Woche als FCB-Sportchef Marco Streller hatte allerdings Comité-Urgestein Felix Rudolf von Rohr, dessen langjähriges Antichambrieren bei der UNESCO diese Woche endlich zur Ausrufung der Basler Fasnacht zum Weltkulturerbe führte. Zwar müssen «die scheenschte drey Dääg» diese Ehre mit der hundskommunen Pizza teilen, was aber die Freude des Berufsbaslers nicht zu schmälern vermochte. Und ihm über die Enttäuschung hinweghalf, dass sich seine «Baseldytschi Bihni» wenige Tage zuvor mit der Aufführung eines Stücks mit schriftdeutschem Titel definitiv um die Chance einer Weltkulturerbe-Nominierung gebracht hatte.

Eine Weltkulturerbe-Nominierung bleibt vermutlich nach den politischen und publizistischen Turbulenzen der vergangenen Monate auch der Universität Basel versagt. Nicht einmal zum Trostpreis eines Baselbieter Kleineweltkulturerbes wird es das bald 560-jährige Bildungsinstitut in diesem Leben noch schaffen. Es sei denn, der aktuellen Unirektorin Andrea Schenker-Wicki widerführe noch die Ehre, an der Sissecher Fasnacht von der SVP als Chluuri verbrannt zu werden.