Offenbar besagt dies eine Studie aus Cambridge. Kein überraschendes Ergebnis, finde ich. Wenn ich an meine Katze zurückdenke, hat sie mich nie an den Haaren gezogen oder auf meine Zeichnung gemalt. Mein Bruder schon. Und um die Aufmerksamkeit meiner Eltern musste ich mit ihr auch nie buhlen. Streit mit Geschwistern gehört eben dazu – Streit mit Haustieren nicht. Wobei die Artikel über die Cambridge-Studie etwas Anderes besagen. Da ist tatsächlich die Rede von Konflikten mit den Haustieren.

Stimmt, ich erinnere mich: Ich hatte nie Streit mit meiner Katze, sie mit mir aber durchaus. Etwa wenn ich die Frechheit besass, in die Ferien zu fahren. Dann ignorierte sie mich nach meiner Rückkehr konsequent, und zwar mindestens eine Woche lang. Mit meinem Bruder hatte ich jeweils viel schneller wieder Frieden.

Und wenn ich mich richtig besinne: Auf meine Zeichnung gemalt hat meine Katze vielleicht nicht (sonst hätte ich sie in einer Talentshow angemeldet), aber sie hat sich draufgesetzt, wenn sie eifersüchtig war, dass ich lieber male, als sie streichle. Oder sie hinterliess braune Pfotenabdrücke auf meinem fertigen Meisterwerk.

Vielleicht sind die Forscher in Sachen Streit mit Haustieren auf der richtigen Fährte. Ganz sicher auf der richtigen Fährte sind sie mit dem positiven Einfluss von Haustieren auf die Entwicklung von Kindern. Ich habe von unserer Katze viel gelernt. Nur: von meinem Bruder deutlich mehr. Und das Ruinieren meiner Zeichnungen habe ich mittlerweile beiden verziehen.