Eine Odyssee im Auteli

Der einzige Ort, wo ein Autounfall Spass macht – die Putschauteli-Bahn. Einige lieben sie, andere verabscheuen sie: Die brutale, gnadenlose Welt der Putschauteliszene, wo ein Leben nichts wert ist. Wenn man sich in das Mini-Gefährt setzt, steigt das Adrenalin in den Kopf wie bei einem Formel-1 Fahrer. Den Chip steckt man in den dafür vorgesehenen Spalt, die Hände klammern sich ans Lenkrad und der Fuss schnellt zum Gaspedal vor. Wenn das Signal ertönt, drückt man durch. Rundherum geben alle ihr Bestes und putschen, was das Zeug hält. Nur dein Auto bleibt stehen. Verzweifelt blickst du dich um, schreist laut um Hilfe. Schweissperlen kullern deine Schläfen runter. Du reisst das Lenkrad rum und plötzlich fährt dein rot-blau-lila Flitzer mit mindestens fünf Kilometern pro Stunde rückwärts übers Gelände.

Endlich! Schnell fasst du dein Ziel ins Auge. Ein junger Mann, dein grösster Konkurrent, der seinen Wagen total beherrscht. Du rast also – jetzt mit mindesten sieben Stundenkilometern – auf ihn zu. Kurz vor dem grossen Crash wirst du von zwei kichernden Mädchen mit Zahnspangen und Zöpfen gerammt. Kurz überlegst du, ob du nun wirklich aussteigen und ihnen die Leviten lesen sollst. Du entscheidest dich dagegen. Die armen jungen Dinger können ja nichts dafür, auch wenn das hier ein toughes Business ist.

Ehrgeizige Fahrer

Also schenkst du ihnen ein verkniffenes Lachen und drückst wieder aufs Gaspedal, dass die Räder durchdrehen. Weiter gehts. Nachdem du dein Ziel wieder ins Auge gefasst hast, gibt es kein Halten mehr. Ein Pärchen, welches laut kichert und um das Lenkrad kämpft, ist das nächste Hindernis.

Wieso sind hier bloss so viele Leute, die diese Herausforderung nicht ernst nehmen? Es geht hier schliesslich um einen Wettbewerb und darum, am härtesten in die Leute zu putschen. (olm)