«Trotz geeigneter Kleidung habe ich stets kalte Hände und kalte Füsse. Ganz im Gegensatz zu meiner Frau, die das überhaupt nicht kennt. Wie kann das möglich sein?»

Die Kälteempfindlichkeit an Händen und Füssen kann sehr unterschiedlich sein und hängt sehr stark von individuellen Faktoren ab. Eine wichtige Rolle spielt die Empfindlichkeit der Blutgefässe in den Fingern und Zehen. Eine Erweiterung der Gefässe führt zu einer vermehrten Wärmeabgabe mit Wärmegefühl und eine Verengung der Gefässe zu einer Abkühlung. Die Empfindlichkeit, wie stark und rasch sich die Gefässe erweitern oder verengen, insbesondere im Bereich der Finger und Zehen, kann von Person zu Person sehr unterschiedlich sein. Daher ist die Temperaturempfindlichkeit und damit auch das Gefühl von warmen oder kalten Händen und Füssen sehr individuell und eigentlich unabhängig vom Geschlecht einer Person.

«Welchen Einfluss haben denn die Aussentemperaturen darauf, ob man kalte Hände und kalte Füsse hat?»

In der Kälte reagiert der Körper normalerweise mit einer Verengung der Gefässe unter der Hautoberfläche, weshalb sich vor allem auch Hände und Füsse abkühlen, damit der restliche Körper möglichst wenig Wärme verliert. Im Gegensatz dazu kommt es in der Wärme zu einer Erweiterung der Gefässe unter der Hautoberfläche und somit zu einer vermehrten Durchblutung mit entsprechend warmen Händen und Füssen, sodass der Körper auch mehr Wärme abgeben kann. Es gibt auch Personen, bei denen diese Reaktion auf Kälte etwas überschiessend ist, weshalb es schon bei geringer Kälteexposition zu einer zu starken und länger anhaltenden Verengung der Blutgefässe in den Fingern kommt. Die Finger werden dann ganz weiss und kalt, bevor sie durch die anschliessende Erweiterung der Gefässe wieder rot und wärmer werden. Dies kann sehr unangenehm und auch schmerzhaft sein. Man spricht dann von einem sogenannten Raynaud-Syndrom, das häufiger bei jungen Frauen auftritt. In der Regel ist dies nicht mit einer Grundkrankheit assoziiert. Doch gelegentlich kann es auch Ausdruck einer Durchblutungsstörung oder rheumatologischen Erkrankung sein, sodass eine weitere Abklärung sinnvoll ist. Eine solche Gefässabklärung wird auch an unserer Klinik für Angiologie am Universitätsspital Basel angeboten.

«Warum ist das Kältegefühl an Händen und Füssen im Vergleich zu anderen Körperteilen am stärksten?»

Die Hände und Füsse, respektive die Finger und Zehen, sind wie die Ohren und die Nasenspitze sehr kälteempfindlich, da sie sehr gut durchblutet sind und bei der Wärmeregulation des Köpers eine wichtige Rolle spielen. Ein geringer Temperaturabfall kann daher schnell zu einer Verengung der Gefässe führen und das damit verbundene Kältegefühl erhöhen. Auf der anderen Seite können diese Regionen bei heissen Temperaturen auch viel Wärme abgeben und damit die Körpertemperatur regulieren.

«Was hilft denn gegen kalte Hände und kalte Füsse? Ein warmes Wasserbad? Oder ein Kaffee Luz?»

Ein warmes Wasserbad hilft leider nur so lange Hände und Füsse im Wasser sind. Der Alkohol im Kaffee Luz führt zu einer raschen Erweiterung der Gefässe. Damit hat man zwar für kurze Zeit etwas wärmere Hände und Füsse, gibt dadurch aber auch viel Wärme ab, sodass man im Anschluss meist noch kälter hat als vorher. Auch das Nikotin in der Zigarette führt zu einer Verengung der Gefässe und zu noch kälteren Händen und Füssen. Daher sollte man möglichst auf das Rauchen verzichten. Gegen kalte Hände und Füsse hilft daher vor allem ein guter Kälteschutz, also dicke Handschuhe und gute Wollsocken.