Persönlich

Willkommen in der WLAN-Wüste

Am Barfüsserplatz suchen Touristen vergeblich nach einem öffentlichen WLAN Netzwerk

Am Barfüsserplatz suchen Touristen vergeblich nach einem öffentlichen WLAN Netzwerk

Das arme Bulgarien beglückt Touristen mit freiem Internet, Basel mit teuren Roaming-Gebühren.

Was wissen Sie über Bulgarien? Vermutlich gleich viel wie ich bis vor kurzem, nämlich fast nichts. Doch seit einigen Wochen weiss ich: Bulgarien ist zwar arm, aber für ausländische Reisende angenehmer als die Schweiz. Meine Freundin war nämlich beruflich dort, und fast überall fand sie WLAN vor. Passwort brauchte sie entweder keines, oder sie erhielt es in einem nahen Café. Und auf Plätzen gibts meist ein öffentliches WLAN. Für meine Partnerin und mich war das ideal, ich war quasi live auf ihrer Reise dabei. Und ihr half das Handy, sich durchzuschlagen. Denn in Bulgarien ist Englisch kaum verbreitet, alles ist Kyrillisch angeschrieben.

Und jetzt stell ich mir ausländische Touristen in Basel vor. Die wollen selbstverständlich ins Internet. Ein öffentliches, flächendeckendes WLAN gibt es aber nicht. Angekündet ist nur eines an einigen touristischen Hotspots. Cafés haben nicht immer ein eigenes Netz, und wenn, kommt man nur umständlich rein (lassen Sie sich mal eine SMS mit Freischaltungscode auf ein Tablet schicken). Weil man sich innerhalb der EU günstig (und in Zukunft sogar kostenlos) in ausländische Handynetze einklinken kann, werden Touristen das auch in der Schweiz tun wollen – und zu Hause eine horrende Roaming-Rechnung entdecken. Ihre nächstliegende Schlussfolgerung: nie wieder Schweiz.

Demnächst fahren meine Freundin und ich nach Albanien. Das Land ist arm und touristisch kaum erschlossen, wir machen uns auf viel Improvisation gefasst. Ich bin gespannt, wies dort mit WLAN aussieht.

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