Elisabeth Ackermann hat zwar Wort gehalten und noch in ihrem ersten Amtsjahr als Regierungspräsidentin ein Versäumnis ihres Vorgängers Guy Morin wettgemacht. Sie präsentiert auf 27 Seiten ein Strategiepapier für die Basler Museen. Allerdings liest sich dieses wie eine To-do-Liste. Man holt Versäumtes nach, man korrigiert, was schon längst hätte korrigiert werden sollen.

Immerhin: Es finden sich darin wichtige Massnahmen. Die fünf kantonalen Museen sollen mehr Planungssicherheit erhalten und künftig über ein Vier-Jahres-Budget verfügen. Das ist zu begrüssen, ebenso das begleitende Controlling, um Schuldenberge zu vermeiden.

Störend aber ist, dass eine Strategie präsentiert wird, ehe man die Grundprobleme sauber analysiert hat: Die strukturellen Defizite beim Historischen Museum und beim Kunstmuseum lassen sich noch immer nicht beziffern.

Störend ist auch, dass man vor den dringend nötigen Betriebsanalysen unbeirrt an einem Neubauprojekt für das Naturhistorische Museum und das Staatsarchiv festhält. Eine 190-Millionen-Franken-Investition im dezentralen Nowhere Land, im St. Johann-Quartier. Warum eigentlich? Weil der Berri-Bau saniert werden und das Naturhistorische Museum ausziehen muss? Eine temporäre Schliessung, ein Museum auf Reisen oder ähnliche Lösungen zieht der Regierungsrat gar nicht erst in Betracht, obschon viele bauliche und finanzielle Fragen ungeklärt sind. Ist ein weiterer Neubau angesichts der Fehleinschätzungen beim Kunstmuseum wirklich sinnvoll?

Ketzerisch gedacht: Braucht es in zehn Jahren noch einen Museumsneubau, wenn grosse Messen selber reif fürs Museum sind? Fände sich allenfalls in einer Halle auf dem Messeplatz eine schlaue Lösung? Solche kühnen Überlegungen vermisst man im Strategiepapier gänzlich. Der Grosse Rat wird sie sich machen müssen, denn wir haben zwar eine Museumsstrategie, aber noch völlig offen ist: zu welchem Preis?