Diese Frage ist ernst gemeint. Und sie ist dringend. Im Detail lautet sie: Wollen wir eine Stadt sein wie Amsterdam, wo die Strassen so konsequent den Velofahrern und Fussgänger gehören, dass nur noch Auto gefahren wird, wenn es absolut nötig ist? Etwa beim Zügeln oder bei Schwertransporten.

Basel aber scheut diese Frage. Es wird zwar viel diskutiert über Verkehr, doch es geht jeweils höchstens um einen Veloring (Nein), um Tempo 30 auf einer 509 Meter langen Strasse (Ja), um Velopumpstationen und dreidimensionale Fussgängerstreifen. Aber nicht darum, ob aus Basel eine Velostadt werden soll oder nicht. Denn: Velostädte entstehen nicht einfach so, kleine Massnahmen bringen wenig bis nichts. Solange Velostreifen schmale Abschnitte neben von Autos befahrenen Strassen sind und jeweils dort enden, wo nebst Parkplätzen, Tram- und Autospur kein Platz übrig ist, werden grosse Teile der Bevölkerung nicht umsteigen. Und zwar zurecht, weil es für ungeübte Velofahrer in Basel schlicht zu gefährlich ist und zu gefährlich bleiben wird, trotz Tempo 30 hier und Unterführung dort.

Ich persönlich bin nicht nur für die Klärung dieser Frage, sondern auch dafür, dass Basel wie Amsterdam wird. Weil wir alle ein kleines Stückchen glücklicher wären, wenn wir, wie in Amsterdam, täglich auf unseren Drahteseln durch die Strassen fahren würden. Egal, wie alt, egal, ob im Deux-Pièces oder in Arbeiterhosen – wir würden uns nicht mehr verstecken hinter Carrosserie und Windschutzscheibe, sondern Schulter an Schulter mit dem besten aller Transportmittel unterwegs sein, dem Velo.