Persönlich

«Z Basel im Exil»

Als ich mich vor ein paar Tagen während eines Gesprächs über die Basler Hotellerie als Nicht-Basler outete, fragte mich mein Gegenüber, wo ich herkäme. Auf meine zaghafte Antwort, aus dem Aargau, fragte er entsetzt: «Wenigstens von dieser Seite des Juras?»

Nein, ich komme aus Baden, aus den Untertanenlanden der alten Eidgenossen. Weit, weit hinter dem Jura.

Immerhin, meine Vorfahren stammen aus dem Breisgau, mein Vater aus Aarau, meine Mutter aus dem nahen Rheinfelden. Ich spreche keinen Zürcher Dialekt, wie das viele meiner Freunde tun. In Basel falle ich mit meinem Aargauer Dialekt trotzdem auf. Letztes Jahr hat der Kanton Aargau einmal mehr versucht, sein Image als Auto- und Atomkanton zu überwinden. Man gedachte der schmerzlichen Eroberung durch die Eidgenossen 1415 – als die Reichsstadt Basel noch dem Heiligen Römischen Reich die Treue hielt. Im Aargau versucht man, an die stolze Habsburgerzeit anzuknüpfen. Die mittelalterliche Vierteilung ist aber so nachhaltig, dass bis heute die Badener nichts von den Aarauern wissen wollen, und mancher Freiämter gar nicht so recht weiss, wo eigentlich das Fricktal liegt.

Nun arbeite ich also in Basel, freue mich über die schöne Stadt und über die Selbstverständlichkeit, sich ohne viel Aufhebens auf Französisch, Hochdeutsch, Elsässisch, Badisch oder Baseldytsch zu unterhalten. Und wenn ich mit meinem Aargauer Dialekt auffalle, dann tröste ich mich mit Hansjörg Schneider und seinem Kommissär Hunkeler, die beide auch aus dem Aargau stammen und sich am Rheinknie und im Dreiland durchaus wohlfühlen.

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