Nach dem dritten Mal innerhalb eines Vierteljahrs kann das kein Zufall sein. Zwischen Basel und Strassburg gibt es zwar eine gute Zugverbindung, für Briefe aus der Europastadt scheint der Weg nach Basel aber unüberwindbar zu sein.

Anfang Jahr geschah es zum ersten Mal. Der Strassburger Verlag Editions du Signe schickte am 10. Januar einen Comic über die Abteikirche von Ottmarsheim zur Redaktion der bz. Als das Buch Ende Januar immer noch nicht angekommen war, half nach unzähligen Mails und Telefonaten nur ein zweiter Versand, der tatsächlich wenige Tage später im Postfach lag. Die Besprechung konnte endlich erscheinen. Danach waren es eine Broschüre zur Zweisprachigkeit, die am 5. Februar in Strassburg auf die Post gegeben wurde, und ein Buch, das Anfang März abgeschickt wurde, die die Redaktion nie erreichten.

Es ist schon merkwürdig, dass heute nicht mehr klappt, was vor über 550 Jahren ohne Probleme funktionierte. 1456 bewiesen die Zürcher ihren Strassburger Verbündeten mit der sogenannten Hirsebreifahrt, dass sie ihnen innerhalb von 24 Stunden per Bootsfahrt zu Hilfe eilen konnten. Der in Zürich gekochte Brei soll bei der Ankunft angeblich noch so heiss gewesen sein, dass sich die Strassburger daran den Mund verbrannten.

Die angefragte Schweizer Post hat keine Kenntnis davon, dass es Probleme mit Sendungen aus Frankreich in die Schweiz gibt. Sie verweist aber auch darauf, dass es keinen speziellen Austausch zwischen dem Elsass und der Schweiz gibt. Die Medienstelle schreibt: «Alle Briefsendungen aus Frankreich werden von der französischen Post in Paris zentralisiert und von dort in einem konsolidierten Transport der Schweizerischen Post übergeben.»

Das war nicht immer so. Noch zu Beginn des neuen Jahrtausends gab es für Post aus der Grenzregion den kleinen Grenzverkehr, der garantierte, dass ein Brief aus Saint-Louis oder Huningue innerhalb eines Tages in Basel war. Das ist schon lange abgeschafft. Heute darf der Brief erst Pariser Luft schnuppern, ehe er Richtung Schweiz weiterreist – oder eben auf der Reise verloren geht.

Um den verschwundenen Sendungen nachgehen zu können, hätte die Post mehr Informationen gebraucht. Das ist nachvollziehbar. Ebenso verständlich ist aber, dass der Kunde diese nicht hat und eine Broschüre nicht als Einschreiben verschickt wird.

Zum Glück gibt es die Lösung Lieferadressservice, ein Angebot der LAS Burg in Weil am Rhein (D). Bleibt die Post innerhalb der EU, scheint es weniger Probleme zu geben. Eine Bestellung im Elsass kam in wenigen Tagen an.

peter.schenk@bzbasel.ch