Geht es nach dem Sparwillen des Landrats, tut das Läufelfingerli Ende 2019 seinen letzten Schnauf. Nicht nur die Menschen im Homburgertal stehen dann neben den Schienen. Nein, der kollektive Seelenfrieden der Oberbaselbieter ist am Entgleisen. Auch Busverbindungen werden verdünnt. Ganze Talschaften werden in absehbarer Zeit ohne Poststelle sein.

In vielen Dörfern ist die letzte Beiz bereits verschwunden, hat der Dorfladen dichtgemacht. Es tötelet in den Chrächen und auf den Hochflächen. Alteingesessene und Neuzuzüger sind plötzlich gleichermassen Randständige, Fahrgäste dritter Klasse.

In der Kapitale plant man gleichzeitig einen noblen Vorzeigebahnhof. Von Liestal an abwärts sind die Agglomerationszüge voll, quietschen die überfüllten Trams in jeder Kurve, quetscht man zusätzliche Schienen in den Margarethenstich, um ein paar Minuten zu gewinnen, während man oben in Rünenberg und unten in Rümlingen stundenlang im Durchzug auf Busse und Geisterzüge wartet, die nie mehr kommen. Das ganze Jahr ist Fastenzeit auf dem Abstellgleis. Kein Wunder, wächst die Wut im Oberbaselbieterbauch.

Abwandern in die Wohn- und Bürotürme im Speckgürtel? Oder per Referendum kämpfen, scheinbar gegen jede monetäre Vernunft? Oder einfach träumen statt resignieren? Von einer Zauber-App, die bald jeden massgeschneidert nach Hause bringt? Von einem anonymen Mäzen, der statt ein Elefantenhaus eine Bahnlinie samt Tunnel sponsert?

Von Zivildienstleistenden, die als Nachttaxifahrer zum Spartarif auch noch den letzten verlorenen Aussenhof ansteuern? Von Biwaks an den Taleingängen, wo die gestrandeten Oberbaselbieter Jugendlichen nach dem nächtlichen Ausgang in der Stadt ihren Kater ausschlafen können, bis wieder ein Bus fährt? Not macht erfinderisch. Drücken wir dem Oberbaselbiet alle verfügbaren Daumen!