Es ist beschämend für eine Stadt, die sich für so fortschrittlich hält wie Basel. Wir schaffen es nicht, was selbst in Schwellenländern eine Selbstverständlichkeit ist: den öV in einer Kleinstadt aufrechtzuerhalten. Bei uns fallen Busse aus, von heute auf morgen müssen Schienen aufgerissen werden und die Chefs unseres öV-Unternehmens vergeben freihändig Aufträge über Hunderttausende von Franken.

Allmählich müssen wir uns nun auch fragen: Was bringt es, dass unser demokratisches System funktioniert und die Geschäftsprüfungskommission alle paar Jahre auf die unhaltbaren Zustände der BVB aufmerksam macht – wenn danach nichts passiert?

Selbst wenn dieses Mal Köpfe rollen sollten, der (unfähige?) BVB-Direktor entlassen wird und sich der (zuständige?) Baudirektor Hans-Peter Wessels um die Möglichkeit gebracht hat, im kommenden Jahr nochmals zu den Wahlen anzutreten. Selbst wenn er sofort zurücktreten würde, wie es die bürgerlichen Parteien fordern: Das strukturelle Problem wäre nicht beseitigt.

Wer die Eignerstrategie des Kantons zu den BVB liest, der erkennt, worin es liegt. In einem kümmerlichen Absatz wird auf die Aufsichtsrolle des Regierungsrats verwiesen. Kein Wort dazu, was das beinhaltet. Für einen Regenten, der die Nonchalance eines Wessels’ an den Tag legt, ist das Grund genug zu sagen: «Ich misch mich nicht ein.»

Interessanterweise liefert gerade der untätige SP-Regierungsrat die besten Argumente für seine Partei. Diese fordert die Wiedereingliederung der BVB in die Verwaltung. Dreizehn Jahre nach der Auslagerung der BVB muss konstatiert werden: Der erhoffte privatwirtschaftliche Spirit ist ausgeblieben, stattdessen herrscht Chaos, Missmut. Es klingt kleingeistig, aber es ist wichtig, die Schuldigen benennen zu können. Und das ist dann am einfachsten, wenn die BVB in die Verwaltung integriert wird.