Wenn der Bundesstab in Bern zusammentritt, werden keine Lappalien verhandelt. Dann geht es um die grossen Fragen. 2011 etwa um diese: Ist die Schweiz wegen der Atomkatastrophe in Fukushima bedroht? Oder 2014: Besteht Gefahr wegen des Ebola-Ausbruchs in Afrika? Fragen von landesweiter Bedeutung.

Heute kommt das Gremium wieder zusammen. Grund ist eine Warnung der Netzgesellschaft Swissgrid von Anfang Dezember. Die Situation im Stromnetz sei im kommenden Winter angespannt.

Sollten wir jetzt vorsichtshalber die Lichterkette am Weihnachtsbaum durch echte Kerzen ersetzen? Drohen gar grossflächige Stromausfälle? Unwahrscheinlich. Dass der Bundesstab heute tagt, ist trotzdem alles andere als Panikmache. Vielmehr zeigt sich, wie wichtig Elektrizität für uns inzwischen ist. Ja, wie abhängig wir vom Strom sind. Ein Blackout wäre eine Katastrophe. Das wissen die relevanten Behörden — und planen deshalb frühzeitig, was im schlimmsten Fall zu tun ist. Gut so!

Die Aufmerksamkeit, die das Stromnetz dadurch bekommt, bietet sogar eine grosse Chance: Die Schwachstellen im Netz werden offenbar. Es fehlt an Transformatoren und Übertragungsleitungen. Je früher das erkannt und behoben wird, desto besser. Denn Energieinfrastruktur baut man nicht an einem Wochenende. Und viel Zeit bis zum endgültigen Atomausstieg bleibt wohl nicht mehr. Bis dahin müssen die Schwächen behoben sein. Der Warnschuss von Swissgrid – sofern er denn einer bleibt – muss ernst genommen werden.