Kommentar zu Federer

Fällt Federer auch für Davis-Cup aus, ist Traum geplatzt

«Ich muss leider auf den Final verzichten, ich bin nicht fit genug für ein Match auf diesem Niveau», sagte Federer.

«Ich muss leider auf den Final verzichten, ich bin nicht fit genug für ein Match auf diesem Niveau», sagte Federer.

Roger Federer musste für den ATP-Final Forfait geben. Fällt er auch für den Davis-Cup-Final vom kommenden Wochenende aus, dann ist wohl der Titeltraum schon ausgeträumt, bevor der erste Ball gespielt wurde.

So schnell kann es gehen. Wieder einmal zeigt es sich, auf welch dünnem Eis sich der Schweizer Spitzensport bewegt, nicht nur im Tennis. Einige herausragende Athleten prägen das Bild, sorgen für die Höhepunkte. Doch es muss immer alles passen. Fällt jemand aus, egal warum, dann ist es schnell einmal aus mit der Herrlichkeit. Noch ist offen, was der Verzicht von Roger Federer auf den Final der ATP World Tours bedeutet. Vielleicht ist der 17-fache Grand-Slam-Sieger in wenigen Tagen schon wieder topfit und der Final im Davis-Cup wird zum Fest für die Schweizer. Sollte Federer allerdings ausfallen, ist der Traum vom ersten Schweizer Sieg zu Ende, noch bevor der erste Ball überhaupt gespielt ist. Schlimmstenfalls droht dem Team sogar ein Debakel.

Nach dem Schweizer Duell in den Halbfinals schienen Federer und Stan Wawrinka in der Lage, am nächsten Wochenende in Lille Geschichte zu schreiben. Beide Schweizer Tennisstars präsentierten sich beim Saisonabschlussturnier der acht weltbesten Profis in Form. Federer brillierte in den Gruppenspielen, überzeugte im Halbfinal mit seiner Nervenstärke und Effizienz, als er vier Matchbälle abwehrte. Wawrinka zeigte aufsteigende Form, schlug zwei Gegner aus den Top 10 sicher und steckte auch das Debakel gegen einen überragenden Novak Djokovic weg. Gegen Federer zeigte er gar seine beste Leistung seit Monaten.

Fällt Federer nun aus, so ruht die ganze Last auf den Schultern des 29-Jährigen. Die Franzosen dagegen stellen ein kompaktes Team, sie können den Ausfall eines Spielers kompensieren. Die Schweizer aber brauchen Federer und Wawrinka in Topform, wollen sie endlich einmal die hässlichste Salatschüssel der Welt in die Höhe stemmen. Noch besteht Hoffnung, dass Federer rechtzeitig wieder fit ist. Bei seinem ersten Wimbledonsieg 2003 konnte er zu Beginn der zweiten Woche wegen Rückenprobleme auch kaum laufen, war aber am Freitag darauf wieder in Höchstform. Doch die Euphorie hat einen herben Dämpfer erlitten.

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