Art Parcours
Art Basel will Münsterplatz nach Pause wieder bespielen – und erhält Konkurrenz

Auf dem Münsterplatz soll während der Art Basel eine Ausstellung mit Skulpturen von Fernando Botero stattfinden. Die Kunstmesse sucht den Dialog.

Mélanie Honegger
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Boteros Skulptur «Woman with a Mirror» in Madrid.

Boteros Skulptur «Woman with a Mirror» in Madrid.

Bild: Fernando Villar/EPA

Seine üppigen Frauenskulpturen stehen in zahlreichen Grossstädten: Der kolumbianische Bildhauer und Maler Fernando Botero ist einer der bekanntesten Kunstschaffenden Lateinamerikas. Jetzt sollen seine Bronzeskulpturen dieses Jahr auch in Basel zu sehen sein. Wie aus dem Basler Kantonsblatt hervorgeht, plant eine Zürcher Werbeagentur eine zweimonatige Ausstellung auf dem Münsterplatz.

Insgesamt acht Skulpturen möchten die Verantwortlichen präsentieren, allesamt zwei bis drei Meter gross und jeweils zwei Tonnen schwer. Sie sollen voraussichtlich Mitte Mai aufgebaut werden.

Gesuchsteller hoffen auf Kulanz der Art Basel

Noch unklar ist aktuell, was mit der Ausstellung während der Art Basel passiert. Diese findet Mitte Juni statt, also mitten im angestrebten Ausstellungszeitraum der Figuren Boteros. Aus dem Gesuch geht klar hervor, dass die Verantwortlichen befürchten, die Skulpturen während des Art Parcours abräumen zu müssen. Schliesslich verfolgt der Art Parcours das gleiche Konzept: Kunst im öffentlichen Raum einfach und kostenlos zugänglich zu machen.

Üblicherweise umfasste der Art Parcours in der Vergangenheit auch den Münsterplatz. Eine Praxis, die während der Pandemie angepasst wurde: 2021 musste die Art Basel auf eine Ausstellung auf dem Münsterplatz verzichten, da der Platz während der Messe bereits belegt war. Weil die Art Basel verschoben werden musste, war der Platz nicht mehr verfügbar. Damals nutzte man die Chance und etablierte eine neue Route abseits des Münsterplatzes.

Botero-Ausstellung kann nicht in den Art Parcours integriert werden

Ausgerechnet dieses Jahr aber möchte die Art Basel den Platz wieder selber bespielen. «Die Art Basel hat den Perimeter des Münsterplatzes frühzeitig letzten Sommer für die Periode vom 6. bis 21. Juni 2023 reserviert, um diesen für die nächste Ausgabe von Art Basel Parcours zu nutzen», sagt eine Sprecherin der Art Basel auf Anfrage. Man wisse von der geplanten Botero-Ausstellung und sei bereits in Kontakt mit den Veranstaltenden.

Der öffentlich zugängliche Sektor der Art Basel werde in enger Zusammenarbeit mit Basler Institutionen realisiert. Um am Art Parcours ausstellen zu können, müssen sich Galerien, die an der Art Basel ausstellen, mit einem Projekt bewerben. «Aufgrund dessen können wir leider das genannte Projekt als solches nicht in den Sektor integrieren», so die Art Basel.

Man sei zuversichtlich, eine gemeinsame Lösung zu finden

Was das für die Botero-Ausstellung genau bedeutet, ist aktuell noch unklar. Die Antwort der Art Basel dürfte allerdings positiv zu werten sein. Man sei zuversichtlich, eine gemeinsame Lösung zu finden. «Wir freuen uns über alle Initiativen, die das kulturelle Gesamtangebot der Stadt stärken», heisst es von Seiten der Kunstmesse.

Bis anhin sind gegen das Projekt noch keine Einsprachen eingegangen. Die Einsprachefrist endet am 14. Februar.