COMEDY
Aus dem Zug ins Theater Fauteuil: Mit Bröckelmanns auf Sozialstudie

David Bröckelmann und Salomé Jantz zeigen im Theater Fauteuil ihr neues Stück «19:57. Gleis 12»: Eine Parodie auf unsere Gesellschaft.

Mélanie Honegger
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Im Zug: Bröckelmann und Bröckelfrau.

Im Zug: Bröckelmann und Bröckelfrau.

zVg

Manchmal kurios, häufig anstrengend und immer wieder überraschend unterhaltsam: ­Begegnungen im Zug sind eine Herausforderung – und bieten ein grosses Potenzial für spannende Geschichten. Erkannt hat dies das Komikerpaar Salomé Jantz und David Bröckelmann, das ein ganzes Bühnenstück rund ums Zugfahren geschrieben hat.

Am Freitag treten die beiden als Komikerduo Bröckelmann & Bröckelfrau mit ihrem neuen Stück «19:57. Gleis 12» im Theater Fauteuil auf. Mehr als ein halbes Jahr lang mussten sie auf die Basler Premiere warten. Ursprünglich war diese für März 2020 vorge­sehen. Vier Stunden vor der Aufführung musste die Veranstaltung abgesagt werden. Nach zwei Aufführungen im September 2020 kam dann der nächste Lockdown.

Ob Yakin oder Gross: Die Klassiker fehlen nicht

Nun klappt es doch noch: Rund ein Jahr nach der Premiere können im Theater Fauteuil alle Vorstellungen stattfinden. «Wir freuen uns extrem», sagt Jantz. Aber: «Bis jetzt läuft der Vorverkauf harzig.» Die Leute hätten sich offenbar daran gewöhnt, zu Hause zu bleiben.

Die Zurückhaltung überrascht, denn das Komikerduo trumpft wie schon in der Vergangenheit mit einigen Klassikern auf. Wer auf Bröckelmanns bekannte ­Parodien von Hakan Yakin und Christian Gross hofft, wird belohnt werden: Die altbewährten Figuren des Imitators sind auch dieses Mal mit dabei.

«Eine Metapher dafür, dass alles passieren kann»

Keine Überraschung, dafür ein sicherer Wert: Ganz neu dürfte das Programm von Jantz und Bröckelmann also nicht sein. Gemeinsam waren sie bereits in mehreren Stücken zu sehen – in Basel zuletzt 2016 mit «Ich mag Tisch». Die Kritiken waren damals durchzogen, harmlos seien die Scherze, auch wenn das Publikum diese liebe, so der Tenor.

Das soll nun anders werden. «Wir wollen witzig, aber auch gesellschaftskritisch sein», sagt Jantz über das neue Stück. Dieses spielt im Zug und beleuchtet die Menschen und Gesellschaftsschichten, die dort anzutreffen sind. «Der Zug ist für uns eine Metapher dafür, dass alles passieren kann», so Jantz.

Gemeinsam mit ihrem Lebens- und Bühnenpartner war sie in den vergangenen Jahren viel unterwegs und beobachtete ihre Mitreisenden. Entstanden ist eine Parodie auf unsere Gesellschaft, eine Sammlung an Schicksalen und Anekdoten, von Bauarbeitern, Geschäftsfrauen, Grossmüttern und Jugendlichen. «Wir haben so viele Szenen beobachtet und Gesprächsfetzen aufgeschnappt, dass wir dieses Material verarbeiten wollten», erzählt Jantz.

Ein Stück mitten aus dem Alltag vieler Schweizerinnen und Schweizer also. Ob Krach wegen Sitzplätzen oder Ärger über Vorschriften: Wer des Öfteren im Zug unterwegs ist, dürfte gerade auch die unangenehmen Begegnungen kennen – seit der Maskenpflicht im ÖV wohl mehr denn je.

Bröckelmann und Bröckelfrau: 19:57. Gleis 12.
Theater Fauteuil. Bis 5. Dezember.
www.fauteuil.ch

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