Grosser Rat
Trinkgeld-Initiative trägt erste Früchte: Mehr Geld für das Musikbüro Basel

Die Staatsbeiträge für die Förderung der lokalen Popszene steigen, und auch die Betriebsbeiträge des Vorstadttheaters Basel sind gesichert.

Hannes Nüsseler
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Die lokale Musikszene soll gestärkt werden: Adrian Sieber beim Flosskonzert.

Die lokale Musikszene soll gestärkt werden: Adrian Sieber beim Flosskonzert.

Archivbild: Roland Schmid

Das Musikbüro Basel, vormals RFV, erhält mehr Geld: Für die Jahre 2022–2023 wird der Staatsbeitrag um insgesamt 342’000 Franken auf neu 2’002’000 Franken erhöht. Der Grosse Rat hat einem entsprechenden Antrag des Regierungsrates am Mittwoch stattgegeben.

Dem Anliegen der kantonalen Volksinitiative Trinkgeld-Initiative folgend sollen die zusätzlichen Mittel verschiedene Bereiche der Jugend- und Alternativkultur stärken, erklärte Regierungsratspräsident Beat Jans. Dies betreffe auch den Ausbau bestehender Fördergefässe, wie sie heute massgeblich vom Musikbüro Basel im Auftrag der beiden Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft betreut würden.

Besonders dringlicher Mehrbedarf bestehe bei der Förderung von Tonträgern und Tourneen professioneller Musikerinnen und Musiker durch den Regio Sound Credit sowie bei der Strukturförderung von Labels, Vertrieben und Studios. In einer Medienmitteilung zeigte sich das Musikbüro Basel erfreut: «Wir sind überzeugt davon, dass dies richtig und wichtig für die Zukunft der Basler Musikszene ist», schreibt Geschäftsleiter Alain Schnetz.

Auch das Vorstadttheater darf sich freuen

Ebenfalls gutgeheissen wurden für die Leistungsperiode 2023 bis 2026 Betriebsbeiträge für das Vorstadttheater Basel in der Höhe von rund einer halben Million Franken jährlich: Aufgrund des neuen Kulturvertrages zwischen den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft, der keine direkten Betriebsbeiträge mehr an Institutionen mit Sitz im Kanton Basel-Stadt entrichtet, wurde der bereits bewilligte Staatsbeitrag für das Jahr 2022 in der Höhe von 272’216 Franken um 240’000 Franken erhöht.

Nach 40 Jahren wird das Theater für Kinder und Jugendliche die Räumlichkeiten in der St.-Alban-Vorstadt 12 verlassen und voraussichtlich per Saison 2023/24 in das Gemeindehaus Oekolampad umziehen. Zur Verfügung gestellt wird die neue Spielstätte von der gemeinnützigen Wibrandis-Stiftung, welche die Umnutzung des ehemaligen Gemeindehauses verantwortet.

Durch den Umzug in ein lebendiges Familienquartier und eine bessere Infrastruktur vergrössere sich das Entwicklungspotenzial des Vorstadttheaters, schreibt der Regierungsrat, der dem Grossen Rat deshalb eine Weiterführung des bisherigen Staatsbeitrages in der teuerungsbereinigten Höhe von 517’000 Franken pro Jahr empfahl.