«Hingucker» Teil 6
Neuer Glanz für einen alten Tuchwebstuhl

Baselbieter Museen stellen sich mit einem Lieblingsstück vor. Diese Woche: das Dorfmuseum Bennwil.

Ernst Thommen
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Tuchwebstuhl Dorfmuseum Bennwil

Tuchwebstuhl Dorfmuseum Bennwil

zvg / Stephan Bürki

Der Besitzer eines alten Ökonomiegebäudes entdeckte beim Einbau eines Zimmers einen Haufen alten und verstaubten Gebälks. Er ahnte, dass dies von einem Webstuhl stammen könnte. Glücklicherweise meldete er den Fund der Gemeindeverwaltung. Als Mitglieder der Museumskommission haben wir uns die verstaubten Teile angesehen und beschlossen, uns der Sache anzunehmen. Im oberen Stockwerk des Dorfmuseums Bennwil war noch ein Platz frei.

Zuerst musste alles gereinigt werden, dann ging es an den Zusammenbau. Das war zu Beginn schwierig, denn wir konnten uns das Ganze nicht richtig vorstellen. Dank Internet und Ausflügen nach Zell im Wiesental, Santa Maria im Münstertal und einem handwerklich geschickten Kommissionsmitglied konnten wir uns ein Bild von ähnlichen Webstühlen machen.

In unzähligen Stunden ist es uns gelungen, diesen Tuchwebstuhl wieder betriebsbereit zu machen. Heute kann auf diesem Bijou wieder gewoben werden, was uns mit Stolz erfüllt, denn es gibt weitherum nur noch wenige Exemplare. Nun können wir einem interessierten Publikum Webvorführungen sowohl auf einem Band- als auch auf einem Tuchwebstuhl präsentieren.

Die Dauerausstellung zeigt zudem die Geschichte des Dorfes von der Urzeit über die Römer zur Neuzeit. Die Besucherinnen und Besucher können auf einem Rundgang ein typisches Oberbaselbieter Bauerndorf mit seiner Geschichte und seiner Landschaft entdecken. Eine separate «Bändelstube» mit Bandwebstuhl führt uns in die Zeit der Posamenterie zurück. Mehr als hundert Webstühle ratterten damals in Bennwils Bauernstuben.

Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen

Aber auch unser berühmtester Ortsbürger, der Dichter und Literatur-Nobelpreisträger Carl Spitteler, wird mit einer Vitrine gewürdigt. Die Ausstellung wird ergänzt durch zwei Lehrpfade (Geologie und Landschaft), die zu je halbtägigen Wanderungen durch den Gemeindebann einladen. Ein Führer zu den Lehrpfaden ist auf der Gemeindeverwaltung oder im Museum erhältlich.

Unser Dorfmuseum feiert am 25. und 26. September 2021 sein 50-jähriges Bestehen mit einer Jubiläumsfeier. Dazu haben wir es etwas aufgefrischt und teilweise umgestaltet. Ein neu eingerichteter Raum bringt uns nun die Themen Geologie, Flora und Fauna näher. Um den Besuch etwas gemütlicher zu machen, haben wir ein «Kaffistübli» eingerichtet.

Das Museum, das leider nicht rollstuhlgängig ist, befindet sich an der Hauptstrasse 42 neben der Gemeindeverwaltung. Es ist jeweils am 1. Sonntag im Monat von 14 bis 16 Uhr geöffnet (ausgenommen im Juli und August). Der Eintritt ist gratis, für freiwillige Spenden sind wir sehr dankbar. Führungen und Besichtigungen können ausserhalb der Öffnungszeiten mit dem Präsidenten der Museumskommission unter 061 951 19 97 vereinbart werden. Wir freuen uns auf ein interessiertes Publikum. Ein Besuch im Dorfmuseum «z’Bämbel» lohnt sich!

Diese Reihe entsteht in Zusammenarbeit mit dem Museumsverbund Baselland. Weitere spannende Museumsobjekte finden Sie im Kulturgüterportal www.kimweb.ch.

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