I Love Books
Eine Liebesgeschichte in New York während des ersten Lockdowns

Im Debüt-Roman von Marco Schättin begegnen sich zu Beginn der Pandemie zwei Menschen in der ansonsten so lebendigen und pulsierenden Grossstadt. Eine persönliche Geschichte über das Verlieben.

Josia Jourdan
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Buchcover zu Marco Schättins «Lockdown-Liebe».

Buchcover zu Marco Schättins «Lockdown-Liebe».

zvg

«Lockdown-Liebe» ist das erste Buch des Schweizer Journalisten und Podcasters Marco Schättin. Darin erzählt er seine ganz persönliche Liebesgeschichte: angefangen mit dem Umzug nach New York kurz vor dem Lockdown, über Wochen im Homeoffice, bis hin zu ersten Ausflügen und einer romantischen Begegnung. Letztere wird sein Leben zumindest für ein paar Monate auf den Kopf stellen.

Bücherblog

Josia Jourdan

Josia Jourdan

Der 18-jährige Muttenzer Gymnasiast hat seinen erfolgreichen Online-Bücherblog vier Jahre lang mit der bz geteilt. Mit diesem Text endet die Rubrik «I Love Books». Josia Jourdan bleibt der bz als Schreiber aber mit einem neuen Format erhalten, das im Herbst startet. Er ist unter josia@jourdan.ch erreichbar.

Marco Schättin berichtet ungefiltert, wie er sich Hals über Kopf in einen Mann verliebt. Wie auf das zufällige Kennenlernen an einer Strandbar die Dates folgen und schliesslich das erste «Ich liebe dich». Es sind romantische Momente und ehrliche Gespräche zwischen den beiden Männern, und auch wenn es immer wieder Streit gibt, bleiben die beiden im Dialog. Und Marco Schättin ist es gelungen, seine Erlebnisse fesselnd wiederzugeben.

Eifersucht als Knackpunkt

Sprachlich ist das «Lockdown-Liebe» kein Meisterwerk. Im Tagebuchstil erzählt Marco Schättin, was in seinem Kopf und Herz vor sich geht, und gewährt damit authentische Einblicke. Dabei reflektiert er seine Gedanken und Handlungen und erklärt, wieso er in gewissen Momenten gehandelt hat, wie er es getan hat. Seine Eifersucht scheint der zentrale Knackpunkt in seinem Leben zu sein. Schättin sieht sich mehrmals mit seinen Emotionen und der Angst, dass ihn sein Freund hintergehen könnte, konfrontiert.

Angepriesen wird das Buch aber auch als Zeitdokument wichtiger historischer Momente wie der Black Lives Matter-Proteste und den US-Wahlen. Insgesamt sind das aber jeweils nur wenige Seiten, und grosse Einblicke in den Zeitgeist während des Lockdowns gewährt das Buch auch nicht. Es ist eine Liebesgeschichte gespickt mit einigen Momenten dieser prägenden Zeit, aber insgesamt vor allem eine Liebesgeschichte, die mit Authentizität zu überzeugen weiss, und die sich für alle Romantikerinnen und Romantiker zu lesen lohnt.

Marco Schättin: «Lockdown-Liebe. Mein Tagebuch aus New York». 148 S.

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