Klassik
Das Solsberg-Festival lockt mit Weltklasse zur Sommersonnenwende

Seit 16 Jahren wird das Kloster Olsberg oberhalb von Rheinfelden alljährlich zum Zentrum des Solsberg-Festivals der Cellistin Sol Gabetta.

Reinmar Wagner
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Sol Gabetta (hier 2018 am Lucerne Festival) gibt am Solsberg-Festival auf und hinter der Bühne den Ton an.

Sol Gabetta (hier 2018 am Lucerne Festival) gibt am Solsberg-Festival auf und hinter der Bühne den Ton an.

Priska Ketterer

Olsberg heisst die 1236 gegründete Klosteranlage in den aargauischen Jurahügeln oberhalb von Rheinfelden. Wenn jemand hierherkommt, die Sol heisst und die Zeit der Sommer­sonnenwende als Festivalrahmen wählt, dann wird ganz schnell ein «Solsberg» aus dem idyllisch gelegenen Ort, den sich Sol Gabetta mit ihrer jungen ­Familie auch als Wohnort ausgesucht hat.

Zum 16. Mal schon lädt die aus Argentinien stammende Cellistin, die unterdessen den Schweizer Pass besitzt, ihre Musikerfreunde hierher ein, spielt mit ihnen Kammermusik in der barock ausgeschmückten Klosterkirche und weicht für andere, grössere Besetzungen auch mal aus nach Rheinfelden in die ebenfalls barocke Stadtkirche.

Letztes Jahr konnten nur zwei Konzerte durchgeführt werden, diesen Sommer sieht es besser aus: Insgesamt sind vom 27. Mai bis zum 6. Juni zehn Konzerte vorgesehen. Zwar ist die Zahl der Zuhörer limitiert, dafür werden fast alle Konzerte zweimal gespielt und darüber hinaus auf dem eigenen Youtube-Kanal auch live gestreamt. Das Schutzkonzept sieht neben der Maskenpflicht auch das Vorweisen einer vollständigen Impfung (Terminbestätigung ist aus­reichend) oder eines negativen Antigen-Schnelltests oder PCR-Tests vor. Zudem werden die Konzerte ohne Pause durchgeführt und auf ein Catering wird verzichtet.

Virtuosen am Instrument, Klassiker auf dem Programm

Sol Gabetta lädt zu ihrem Festival jeweils ihre besten Musikerfreunde ein. Dieses Jahr sind darunter etwa die Geigerinnen Isabelle Faust und Baiba Skride, der Bratschist Nils Mönkemeyer und die Cello-Kollegin Astrig Siranossian, ebenso wie die Klarinettistin Sharon Kam, der Hammerklavier-Virtuose Kristian Bezuidenhout oder der Pianist Nelson Goerner.

Das Programm umfasst dieses Jahr einige der beliebtesten Kammermusik­werke überhaupt, wie das Streichsextett «Souvenir de Florence» von Tschaikowsky oder die späten Klaviertrios von Schubert und Mozart, die zum Festivalabschluss in Rheinfelden von Gabetta, Isabelle Faust und Kristian Bezuidenhout gespielt werden – eine Weltklasse-Besetzung, die auch bei den grössten Festivals mit Handkuss engagiert werden würde.

Dazu kommen Raritäten wie ein Klaviertrio von Anton Arensky, ein Quintett von Boccherini oder Cello-Stücke der legendären französischen Kompositionslehrerin Nadia Boulanger. So lange ist es nicht her, dass Sol Gabetta selbst als «Young Artist» etikettiert werden konnte. Jetzt gibt sie unter dieser ­Affiche in ihrem Festival einem 18-jährigen Cellisten eine Chance oder lädt ein junges Klarinettentrio von der Musikhochschule Basel ein, das sich mit einem anspruchsvollen Programm mit Musik von Wolfgang Rihm, Alban Berg und Paul Schoenfeld profiliert. Und für die ganz jungen Zuhörer gibt es ein Kinderprogramm, in dem Sol Gabetta persönlich zur musikalischen Entdeckungsreise einlädt.


Solsberg-Festival, 27. Mai bis 6. Juni. www.solsberg.ch