Kunstmuseum oder Brocki
Das Basler Baudepartement verkauft seine Kunstsammlung

Mehr als 700 Kunstwerke hat das Basler Baudepartement in den letzten Jahrzehnten gesammelt. Nun werden sie verkauft – auch an Private.

Mélanie Honegger
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Gehörte bisher dem Kanton: Robert Franks «Uff dr breite Bruck».

Gehörte bisher dem Kanton: Robert Franks «Uff dr breite Bruck».

zvg/Kanton Basel-Stadt

Sie hingen in Verwaltungs­gebäuden oder waren in einem Depot verstaut: Die 730 Kunstwerke, die das Basler Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) seit den 1930er-Jahren mit ­öffentlichen Geldern erworben und gesammelt hat, waren für die Basler Bevölkerung bis anhin weitestgehend nicht sichtbar.

Das soll sich nun ändern. Um den langfristigen Unterhalt sicherzustellen, hat der Regierungsrat entschieden, die Kunstwerke öffentlichen Sammlungen anzuvertrauen. Ziel der ­Vermittlung sei es, möglichst viele Werke in öffentlichem Besitz zu halten. Wie das BVD gestern mitteilte, konnte bereits rund ein Drittel der Werke an kantonale Institutionen und Museen übertragen werden. So haben das Basler Kunstmuseum, das Historische Museum, das Antikenmuseum und das Museum der Kulturen Objekte übernommen. Weitere Werke gingen unter anderem an die Sammlung Baselland, das Bündner Kunstmuseum sowie an die Kunstmuseen Olten, Thun und Moutier.

Was nicht verkauft wird, kommt in die Brocki

Einen Teil der Gemälde hat das BVD zudem an private Interessenten wie die Stiftung Adullam verkauft. Ebenfalls zu den ­privaten Investoren gehört die Sammlung der Firma Hoffmann-La Roche, die insgesamt acht Werke von Bénédict Remund, Burkhard Mangold und Werner Buser erworben hat.

Ende November erhält schliesslich auch die Basler Bevölkerung die Möglichkeit, in einem Depotverkauf eines von 300 Bildern zu ersteigern. Der Verkauf findet am 27. und 28. November in der Voltahalle statt. Es sei «für jedes Budget ­etwas dabei», versichert BVD-Sprecherin Sarah Mesmer. Der Wert der Gemälde dürfte denn auch bescheiden sein. «Die Wartungs- und Restaurierungskosten übersteigern den Marktwert der Werke bei weitem», heisst es in der Medienmit­teilung, die der Kanton verschickt hat.

Was nicht verkauft wird, geht an die Kleinbasler Brockenbude Glubos, wie das BVD auf Anfrage mitteilt. Es handelt sich um Bilder, Zeichnungen und Druckgrafiken. Diese haben ­bereits einige Standortwechsel hinter sich: Die diversen Kunstwerke von Basler Kunstschaffenden hat die kantonale Verwaltung in den vergangenen Jahrzehnten laufend erworben, um die Verwaltungsgebäude und -büros auszustatten. Zu Beginn hatten die Kunstwerke alle noch einen fixen Platz in den kantonalen Bauten. Mit der Zeit wurden die Gemälde aufgrund von Umbauten und Umnutzungen aber zunehmend einge­lagert.

Einige wenige Gemälde hängen auch künftig in Verwaltungsgebäuden oder werden, wenn sie «kunstgeschichtlich wichtig» sind, vom kantonalen Kunstkredit übernommen. Andere Bilder sind in einem derart schlechten Zustand, dass sie nicht mehr vermittelt werden können – offenbar nicht einmal mehr an die Brocki.

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