Kunstplatz Basel
Gekommen, um zu bleiben: Die Galerie Gagosian will sich in Basel etablieren

Die internationale Galerie Gagosian am Rheinsprung begann als Pop-up, nun will sie ihren Platz behaupten.

Patrick Marcolli
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Zwischen Tier und Mensch: «Kneeling Sphinx» von Louise Bonnet.

Zwischen Tier und Mensch: «Kneeling Sphinx» von Louise Bonnet.

Bild: Gagosian

Es sind gute Schwingungen für den Kunstplatz Basel, die vom Haus am Rheinsprung 1 ausgehen: Die Galerie Gagosian, eine feste Grösse im globalen Kunstmarkt, startet in diesen Tagen mit ihrer ersten «richtigen» Ausstellung und signalisiert damit, dass sie trotz diverser Krisen an diesen Standort glaubt.

2019 hatte der amerikanische Galerist Larry Gagosian während der Art Basel mit einer Pop-up-Location einen Versuchsballon gestartet. Kurz darauf liess er verlauten, dass das Experiment in seinen Augen geglückt sei und er sich am Rheinknie dauerhaft mit einer Filiale etablieren wolle. Nur: Dann kam die grosse Krise der Messe Schweiz, in deren Sog sich auch die Art befand, und danach die Covid-Pandemie.

Nun setzt Gagosian aber ein deutliches Ausrufezeichen: Diese Woche öffnet die Galerie ihre Türen für die Werke der Genfer Künstlerin Louise Bonnet. Ihre Bilder ­zeigen Sphinx-artige, surreale Frauenfiguren. Das ist durchaus gewöhnungsbedürftig, da die Interpretationsspielräume sehr weit erscheinen und die Bilder sich dem Versuch einer Verortung weitgehend entziehen. Das ist von der Künstlerin aber durchaus so gewollt. Sie sagt zu ihrer Sphinx-Serie:

«Sie sind ­dazwischen: zwischen Tier und Mensch, halb ruhend, halb sprungbereit, halb schlafend, halb wachsam. Ich sah mich als Betrachterin und versuchte, an ihnen vorbeizukommen, bevor sie mich erspähten.»

In sich wirkt die Ausstellung bei Gagosian stimmig und konzentriert. Statt die Räume, in denen sich lange Zeit ein Blumenladen befunden hatte, mit Bildern zu überladen, lassen die Ausstellungskuratoren auch mal eine ganze Wand frei. Wie bei so grossen Galerien üblich, erfährt man lediglich auf Nachfrage (und wohl auch nur bei einem ernsthaften Kaufinteresse) mehr über die Preise der Werke.

Nun hat also Basel wieder einmal eine Galerie von internationalem Format. Gagosian ist auf mehreren Kontinenten mit 17 Galerien vertreten und beschäftigt 300 Personen. Ebenso sind viele der Künstlerinnen und Künstler, die sie vertritt, weltbekannt. So haben sich unter anderen Georg Baselitz, Andreas Gursky, Damien Hirst, Anselm Kiefer oder Jeff Wall unter ihre Fittiche begeben. Dass mit Louise Bonnet für die erste wichtige Ausstellung eine Schweizer Künstlerin ausgewählt wurde, kann durchaus auch als Zeichen des Bemühens um einen lokalen Bezug gedeutet werden.

Louise Bonnet: «Sphinxes». Galerie Gagosian, Rheinsprung 1, Basel. Bis 31. Juli.