Musikförderung
«Der neue Name spricht alle an»: RFV wird zu Musikbüro Basel

Nach 27 Jahren will sich der ehemalige «Rockförderverein» auch von seinem Kürzel RFV trennen. Geschäftsleiter Alain Schnetz erklärt die Hintergründe.

Hannes Nüsseler
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Alain Schnetz, Geschäftsleiter RFV Basel: «Der RFV zählt so viele Mitglieder wie seit Jahren nicht mehr.»

Alain Schnetz, Geschäftsleiter RFV Basel: «Der RFV zählt so viele Mitglieder wie seit Jahren nicht mehr.»

Kenneth Nars

Als «Rockförderverein» hat sich der RFV Basel schon seit geraumer Zeit nicht mehr bezeichnet: Auf der Website ist aktuell von «Popförderung und Musiknetzwerk der Region Basel» die Rede. Doch damit soll bald Schluss sein: «Einstimmig» habe eine ausserordentliche Mitgliederversammlung beschlossen, den RFV Basel in Musikbüro Basel umzubenennen, erklärt Geschäftsleiter Alain Schnetz auf Anfrage.

«Dieser Prozess läuft schon länger, die Namensänderung war wiederholt an Versammlungen angesprochen worden.»

Zur Namensfindung habe die Leitung mehrere Workshops und Umfragen durchgeführt, so Schnetz.

Dieser Schritt habe sich aufgedrängt, da der RFV in den vergangenen 27 Jahren immer mehr Förderportfolien übernommen habe. «Wir haben uns zwar nicht mehr Rockförderverein genannt, aber die Assoziation zur Rockmusik war immer noch da.» Das habe für Missverständnisse im Alltagsgeschäft gesorgt. «Der neue Name ist offen und spricht alle an.» Der Wechsel samt grafischen Anpassungen erfolgt im Verlauf der nächsten Monate, bis dahin firmiert die Förderstelle weiter als RFV Basel.

Als Konzession an die IG Musik, die unter anderem das Spartendenken in der Musikförderung kritisiert, will Schnetz die Namensänderung nicht verstanden wissen. «Der aktuelle kulturpolitische Prozess wurde von uns mit der Trinkgeldinitiative bereits 2018 angestossen und mit dem Gewinn der letztjährigen Volksabstimmung endgültig lanciert», sagt Schnetz. «Auch der Wunsch nach einer Umbenennung ist älter als die IG Musik.»

Ebenfalls an der Versammlung beschlossen wurde eine neue Gratis-Mitgliedschaft als Ergänzung zu den bestehenden Mitgliedschaftsformen. «Damit wollen wir Musikerinnen und Musiker unterstützen, die während der Pandemie finanziell stark gelitten haben, und auch eine jüngere Klientel ansprechen», so Schnetz. Der RFV zähle so viele Mitglieder wie seit Jahren nicht mehr: «Wir sind bei 357 – und dies, obwohl die Vorteile dieses Jahr wegen Corona selten genutzt werden konnten. Das spricht für die ideelle Verbundenheit mit unserem Verein.»

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