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Benjamin Noti: «Ich würde mich als getrieben bezeichnen»

Der Basler Musiker und Gitarrist (unter anderem bei Steff la Cheffe) hat mit «take 01» sein Débutalbum im Ambient-Stil veröffentlicht. Die Pandemie habe ihm in die Hände gespielt, sagt er im Gespräch. Eingespielt hat er die Platte in seiner Wohnung.

Michael Gasser
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Benjamin Noti hat während der Pandemie Zeit gefunden, an seinem ersten Album zu arbeiten.

Benjamin Noti hat während der Pandemie Zeit gefunden, an seinem ersten Album zu arbeiten.

zvg

«Sofern es die Zeit zulässt, arbeite ich permanent an neuen Skizzen», erklärt Benjamin Noti. In dieser Aussage schwingt mit, dass er als Gitarrist von Steff la Cheffe, als Teil des Duos Noti Wümié oder als Musiker für Sam Himself gefragt und mitunter rastlos im Einsatz ist. Der hohe Beschäftigungsgrad kommt ihm durchaus entgegen. Nicht zuletzt, weil ihn Musik mit all ihren Facetten unverändert fasziniere. Er steht denn auch dazu, gerne möglichst produktiv zu sein. «Ich würde mich als getrieben bezeichnen», mutmasst der Musiker, Produzent und Songschreiber, der Anfang Oktober mit «take 01» sein Solodébut veröffentlicht hat.

Seine im vergangenen Jahr erschienene EP «Easing» habe ihm quasi als erster Gehversuch gedient, um vorwiegend instrumentale Tracks einzuspielen. «Danach war für mich klar, dass ich da dran bleiben will», sagt der Basler. Aufgrund der Pandemie und etlicher Konzertabsagen habe er plötzlich über viel Zeit verfügt, wodurch bei ihm die Idee aufgekommen sei, ein ganzes Album zu entwerfen. «Eine konzeptuelle Herangehensweise hatte ich dabei nicht», so Noti. Hinter der Veröffentlichung stecke keinerlei Geltungsdrang und es gehe ihm auch nicht darum, jetzt eine Solokarriere lancieren zu wollen:

«Es besteht keine Erwartungshaltung und kein Erfolgsdruck.»

Stattdessen kreiert er Musik um der Musik willen, nicht mehr und nicht weniger. Woraus nun eine Ambient-Platte entstanden ist. «In diesem Genre fühle ich mich plötzlich und überraschend pudelwohl», konstatiert der Künstler.

Sanft pulsierende Szenerien

Die elf in seiner Wohnung eingespielten Stücke sind geprägt von Herzschlagtempo, flächigen Soundstrukturen, variablen Rhythmen und insbesondere von Notis facettenreichem Gitarrenspiel. Sowohl mit seinem «intro» als auch mit dem «outro» verneigt sich der 35-Jährige vor dem brasilianischen Komponisten Heitor Villas-Lobos und dessen Präludien – eine Reminiszenz an Notis einstige Idee, ein Album ausschliesslich mit klassischer Gitarre aufzuzeichnen. Während «blossom» jazzige Einwürfe und verträumte Gesangsfetzen von Annie Goodchild bietet, präsentiert sich «hooked» als säuselnde Ballade voller Melancholie. Songs wie «laika» oder «giorgio» warten mit sanft pulsierenden Szenerien auf, die exquisit und von entspannender Wirkung sind.

Es ist betont ästhetische Musik, in der man sich verlieren kann und die Schweben und Schwelgen zulässt. Diese live umzusetzen, dürfte jedoch nicht ganz einfach werden, wie Benjamin Noti einräumt: «Konzerte zu geben, ist grossartig. Ich bin mir aber nicht sicher, ob sich ‹take 01› dafür eignet.»

Benjamin Noti: «take 01»
Am 12. November tritt Noti mit Sam Himself im Parterre One in Basel auf. www.benjaminnoti.com

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