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Gamen, bis der Avatar kommt

Das Haus der elektronischen Künste (HEK) zeigt «Radical Gaming» und lädt an der 10. Ausgabe der Oslo Night zum Zocken ein.

Hannes Nüsseler
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Alle Games sind vor Ort spielbar: «How The Internet Changed My Life», 2021.

Alle Games sind vor Ort spielbar: «How The Internet Changed My Life», 2021.

Nicole Ruggiero

Zwischen E für ernst und U für Unterhaltung passen nur drei Tasten, und im Haus der elektronischen Künste (HEK) nicht einmal das: Die neue Ausstellung «Radical Gaming» wartet mit interaktiven und immersiven Spielen auf, die nicht nur zum Zocken, sondern auch zum Nachdenken anregen sollen.

«‹Radical Gaming› ist eine internationale Gruppenausstellung mit 15 Künstlerinnen und Künstlern, von den USA über Singapur bis Griechenland», ­erklärt Elena Kuznik, Kommunikationsverantwortliche am HEK. «Sie setzen sich spielerisch und kritisch mit dem Thema aus­einander und erforschen neue Ästhetiken und Techniken.» Die Arbeiten beschäftigten sich mit der globalen Spieleindustrie und hinterfragten gängige Erzählstrukturen und Klischees. «Die Spiele provozieren und werfen Fragen nach Gender und politischen Themen auf.» So stellt Lawrence Lek mit «Nøtel» etwa ein Hotel der Zukunft vor, das komplett von einer künstlichen Intelligenz gesteuert wird.

«Die Ausstellung spricht alle Sinne an und ist nicht nur für ein junges und gameaffines Publikum gedacht», verspricht Kuznik. Vor allem lassen sich die 15 Games auch wirklich vor Ort spielen, mit Joysticks, Virtual-Reality-Headsets und an Monitoren. «Die Besucherinnen und Besucher können also tatsächlich interaktiv in alle Spiele eintauchen und eine neue Welt entdecken.»

Oslo Night mit ­Headset und Maskenpflicht

Am Samstag findet zudem zum zehnten Mal das Kultur- und Kunstfestival Oslo Night statt, an dem sich zwölf Partner und Institutionen beteiligen. «Wir öffnen die Türen und zeigen, was in dem Freilager auf dem Dreispitz so alles steckt», sagt Kuznik. Das Atelier Mondial unterhält sich mit dem Autor Sasha Filipenko über die Lage in Belarus, das Atelier Florenz ist dabei, die Bibliothek für Gestaltung, die Plakatsammlung der Schule für Gestaltung sowie die Hochschule für Gestaltung selbst, das Haus Oslo Ateliers, Radio X, das Kunsthaus Baselland und nicht zuletzt der Club Elysia, in dem bis frühmorgens getanzt werden kann.

«Wir selbst präsentieren an der Oslo Night eine Klang- und vier Augmented-Reality-Installationen, darunter auch ein Tanzstück in Kooperation mit dem Kunsthaus Baselland», so Kuznik. In einem Workshop lasse sich ausserdem live elektronische Musik spielen. Für die Oslo-Jubiläumsausgabe besteht ein 3-G-Schutzkonzept und ein Zelt für alle, die sich testen lassen wollen. «In den Innenräumen besteht Maskenpflicht», erklärt Kuznik, «aussen nicht.»

Radical Gaming, Haus der elektronischen Künste. Öffentliche Führung: So, 5. 9. Mehr Infos auf www.hek.ch.

Oslo Night, Freilager-Platz, Sa. 4. September, 16 bis 4 Uhr morgens. Eintritt frei. www.oslonight.ch

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