«Rock'n'Read»
Pink Pedrazzi liest aus «Music from Big Pink»

Ton in Ton: Die neue Reihe «Rock’n’Read» im Atlantis kombiniert regionale Musikerinnen und Musiker mit Rock-Büchern.

Stefan Strittmatter
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Pink Pedrazzi wagt sich im Atlantis an seine erste Lesung.

Pink Pedrazzi wagt sich im Atlantis an seine erste Lesung.

Zvg

Das mit der Farbe respektive den Namen sei ein lustiger Zufall, sagt er. Der Basler Singer/Songwriter Pink Pedrazzi hat nicht des Titels wegen das Buch des schottischen Autors John Niven ausgewählt, ­sondern weil ­«Music from Big Pink» (2005) die Geschichte des kanadisch-­amerikanischen Quintetts The Band erzähle. Deren Hit «The Weight», so sagt er, begleite ihn schon sehr lange.

Dass das Debütalbum der Gruppe, die Mitte der Sechzigerjahre an der Seite von Bob Dylan zu Ruhm gelangte, ­«Music from Big Pink» heisst, habe er erst viel später erfahren. Ebenso die Storys um dessen Entstehung, die im gleichnamigen Roman angetönt werden. «Faction» nennt sich diese Mischung aus fiction und facts, die vor allem dem Zeitgeist nachspürt.

Niven, früher im Musikgeschäft tätig, lässt in seinem Erstling die erfun­dene Figur Greg Keltner nach Woodstock ziehen und sein Geld mit Drogen verdienen. So trifft er The Band, Bob Dylan und weitere Grössen jener Zeit.

Literarisch-musikalische Abende bis Mitte August

Diesen Freitag liest Pedrazzi auf Einladung des Atlantis aus besagtem Roman und singt dazu Songs von The Band, von Dylan und «vielleicht noch sonst was Zeitgenössisches», wie er sagt. Über das Buch urteilt der Musiker: «Es ist unterhaltsam und süffig, aber keine Weltliteratur.» Aber es sei schliesslich auch ­seine erste Lesung.

Der literarisch-musikalische Abend mit Pedrazzi ist indes kein Einzelfall, sondern Teil der neuen Reihe «Rock’n’Read», die vorerst bis Mitte August fortgeführt wird. Ausgedacht hat sich das Ganze der Atlantis-Booker Torsten Sarfert. Ohne das gesprochene, gesungene oder gebrüllte Wort gäbe es keine Rockmusik in der heutigen Form, sagt er. Also sei für ihn auf der Hand gelegen, dass lokale Musikerinnen und Musiker aus Rock-Biografien und -Romanen lesen. Die Auswahl der Bücher wiederum sei im Zusammenspiel mit dem Heyne Verlag erfolgt, der an jedem Abend drei Exemplare verlost.

Sarfert freut sich insbesondere auf die Gegenüberstellungen von Musik und Literatur und auf allfällige Parallelen, welche die Vorlesenden mit ihren Stoffen finden. Auch wenn sie nicht in jedem Fall ähnlich heissen.

Rock’n’Read, Atlantis, 11. Juni. Weitere Events in der Reihe bis 13. August.
Reservationen (mit Angabe, falls ohne Essen): info@atlantis-basel.ch
www.atlantis-basel.ch