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TV-Kultur für die grosse Leinwand: Basel hat ein neues Festival

Die erste Ausgabe des Serienfestivals Basel präsentiert dieses Wochenende Einblicke in insgesamt 16 Serien.

Michael Gasser
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Mit dabei: die tschechische Serie «Therapie durch Teilen».

Mit dabei: die tschechische Serie «Therapie durch Teilen».

zvg

Vor drei Jahren besuchte Urs Dillier das Münchner «Seriencamp», ein internationales Festival für Serien und TV-Kultur. «Dieses hat mich dazu inspiriert, in Basel einen ähnlichen Event auf die Beine zu stellen. Zumal Serien pandemiebedingt neue Popularität erlangt haben», erklärt er. Allerdings sei es nicht ganz einfach gewesen, Mitstreiter und Sponsoren für sein Vorhaben zu gewinnen. Dennoch ist es ihm gemeinsam mit seinem Kollegen, dem «Impulsgeber» Daniel Muzzulini, und dem eigens gegründeten Verein Serienfestival Basel gelungen, für dieses Wochenende ein zweitägiges Festival im Neuen Kino und im nahe gelegenen Lokal Humbug zu organisieren.

«Unsere erste Festivalausgabe fokussiert vor allem auf Werke aus Osteuropa», so Dillier. Dies aufgrund guter Kontakte zu einer Veranstaltungsreihe aus dem tschechischen Brünn. «Die bei uns gezeigten Serien sollen insbesondere dazu beitragen, neue Erzählformen sowie Geschichten aus anderen Kulturen kennen zu lernen und so eine vertiefte Auseinandersetzung mit diesem allgegenwärtigen Medium in Gang zu bringen.»

Zu sehen sind eine bis drei Episoden pro Serie

Während der beiden Festivaltage werden insgesamt 16 Serien in Originalsprache und mit mehrheitlich englischen Untertiteln zu sehen sein, darunter auch einige Serien, die bereits vor ein paar Jahren erschienen sind. Präsentiert werden nicht etwa ganze Staffeln, sondern eine bis maximal drei Episoden. «Nach diesem Prinzip agieren sämtliche Serienfestivals», so Dillier. Wer im Verlauf des Events Blut leckt und sich auch die weiteren Folgen anschauen möchte, muss darauf hoffen, dass diese dereinst von einem Sender übernommen werden. «Die Webserien, die wir ebenfalls im Programm haben, lassen sich hingegen allesamt auf Youtube nachverfolgen», hält Dillier fest.

«Holy Mary!» aus Malta (2019).

«Holy Mary!» aus Malta (2019).

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Mit grossem Budget produzierte Werke von Netflix, Amazon oder Sky finden sich beim Serienfestival Basel keine. Stattdessen gibt es unbekannte Krimis, Komödien, Dokumentationen oder Dramen zu entdecken. Ganz besonders freut sich der Vereinspräsident etwa darauf, zwei Episoden des finnischen Politthrillers «Peacemaker» vorstellen können. «Und auch die beiden Folgen der russischen Serie ‹Six Empty Seats›, die von sechs Flugpassagieren erzählt, die für dasselbe Unternehmen tätig sind, versprechen Spannung», führt Dillier aus.

Nebst dem Filmangebot bietet das Festival auch den Wettbewerb «Cliffhanger», in dessen Rahmen ein Preis für die beste Kurzserie verliehen wird sowie ein Panel zum Thema «Serielles Erzählen». An dieser nehmen unter anderem die Drehbuchautorinnen Simone Schmid («Der Bestatter») und Stéphane Mitchell («Banking District») teil.

Wer das Serienfestival besuchen möchte, muss sich zunächst auf eventfrog.ch anmelden und nachweislich genesen, geimpft oder getestet sein. «Noch hat es einige freie Plätze», weiss Dillier. Übrigens: Der Eintritt ist gratis. Das sei ein Markenzeichen sämtlicher Serienfestivals. Ob es 2022 zu einer zweiten Ausgabe des Anlasses kommt, stehe aktuell noch nicht fest, sagt Urs Dillier. «Aber eine erneute Durchführung ist unser erklärtes Ziel. Und wenn immer möglich möchten wir unser Angebot noch ausbauen.»

www.serienfestival-basel.ch

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