Pianofestival Aarau

Beethoven in neuem Gewand: Das Kalvierduo Holma vermischt am Pianofestival Modernes mit Albtbewährtem

Ein eingespieltes Team mit viel Können: Das Klavierduo Holma begeistert das Publikum seit mittlerweile 26 Jahren.

Ein eingespieltes Team mit viel Können: Das Klavierduo Holma begeistert das Publikum seit mittlerweile 26 Jahren.

Bereits zum dritten Mal findet das Pianofestival Aarau statt. Im Kultur & Kongresshaus spielt das Klavierduo Holma vierhändig Beethovens Werke und mischt diese mit modernen Stücken. Unterstützung erhalten sie dabei aus Finnland.

Nach zwei erfolgreichen Veranstaltungen geht das Pianofestival Aarau in diesem Jahr in die dritte Runde. Dass der Anlass im Kultur & Kongresshaus überhaupt stattfindet, daran ist eigentlich Homero Francesch schuld. So lernten sich die Organisatoren des Festivals, Junko und Teemu Holma, einst in der Meisterklasse des uruguayisch-schweizerischen Pianisten kennen und lieben. Seit 26 Jahren bilden die beiden nun das Klavierduo Holma, das vor allem mit seinen Schubert-Interpretationen begeistert.

In diesem Jahr haben sich die Japanerin und der Finne allerdings voll und ganz den Werken von Ludwig van Beethoven verschrieben, welcher heuer sein 250. Geburtsjahr feiert. In zwei Konzerten will das Ehepaar dem Genie auf dem Steinway-Konzertflügel auf jeweils ganz verschiedene Arten Tribut zollen. So werden Beethoven und seine Radikalität im ersten Konzert im Fokus stehen.

In diesem sollen seine Werke mit denen von György Ligeti und Samuel Barber, zwei Komponisten der heutigen Moderne, verschmelzen und somit in neuem Gewand begeistern. «Wir wollten Beethoven in unsere Zeit setzen, seine Kompositionen mit modernen Stücken vermischen. Damals war Beethoven schliesslich auch ein radikaler Komponist, ein Erneuerer», sagt Teemu Holma.

Unbekannte, aber umso schönere Werke

Die von Beethoven vorwiegend in seiner Jugendzeit komponierten Werke für das Klavier zu vier Händen gehören zu seinen eher unbekannteren Schöpfungen. Ihrer Schönheit tut dies allerdings keinen Abbruch. Und auch als Duo aufzutreten hat mittlerweile nur noch Vorteile. «Es ist ganz anders, vierhändig zu spielen. Es ist kammermusikalisch, man muss dem anderen zuhören und sich anpassen. Es macht uns Spass, uns auf diese Weise auszudrücken», sagt Teemu Holma.

Überrascht hat die beiden vor allem die Fülle an passenden Stücken für das Klavier zu vier Händen. «In der Studienzeit haben wir viel neue Literatur kennen gelernt, man kann immer wieder etwas Neues entdecken», sagt Junko Holma. Dank dem Entdeckungsdrang der beiden ist auch das zweite Konzert gut durchdacht, Modernes wird mit Altbewährtem vermischt.

Passenderweise wird nebst Beethoven auch «Regard sur les traditions» des Aargauer Komponisten Dieter Ammann gespielt. Dieser gewann vor zwei Jahren den Schweizer Musikpreis. Doch zum Schluss hin, darf es auch mal ganz traditionell werden. Mit einer Bearbeitung von Beethovens fünfter Sinfonie, der Schicksalssinfonie, wird das Festival in Aarau fulminant beendet. Das wohl bekannteste und eindrückliche Werk des Komponisten soll das Schlussbouquet bilden.

Die Verbindung zum Heimatland bleibt bestehen

Auch Teemu Holma schwärmt von den Stücken, selbst wenn diese nicht unbedingt einfach zu spielen sind. Überhaupt liegen hinter dem Ehepaar strenge Monate. «Unsere Arbeit umfasst mehrere Bereiche, wir üben, organisieren und erstellen die Werbung. Gerade auf diesem Gebiet sind wir eher Anfänger. Wir müssen uns immer wieder etwas Neues einfallen lassen», sagt Junko Holma.

Während wie schon die Jahre zuvor der Nachwuchs eine Bühne geboten bekommt, soll auch das restliche Programm überzeugen. Heuer wurde mit Erkki Korhonen, dem ehemaligen Direktor des Internationalen Opernstudios Zürich und Generaldirektor der finnischen Nationaloper, einmal mehr ein Schwergewicht für sich gewonnen. In einem anekdotenreichen Gespräch wird sich Korhonen, von dessen Klavierminiaturen begleitet, voll und ganz Jean Sibelius widmen.

Dass auch dieser Finne ist, erstaunt kaum, die Verbindung zum Heimatland soll keineswegs abreissen. Schliesslich hat das Land einen grossen Pluspunkt, wie Holma anmerkt: «Die finnische Musikausbildung ist bekannt dafür, dass sie sehr hochwertig ist.»

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