Volta
Auf dem Weg vom Nebengemüse zu einer starken Messe

Die Volta-Show findet dieses Jahr wieder in der Markthalle statt und mausert sich zum Sprungbrett für Galerien und Künstler.

Simon Baur
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Die Volta in der Markthalle.

Die Volta in der Markthalle.

Roland Schmid

Welche Kunst kaufen, welche sammeln, welche Künstler sind die Stars von morgen, welche Galerien bestimmen den Markt? Solche Fragen sind während der Basler Artwoche in aller Munde, viele wollen das grosse Geschäft machen, die exzentrischen Kunstsammler sind selten geworden. Wer diesen Weg einschlagen will, muss seine eigenen Konzepte im Kopf haben, auch auf der Volta.

Wer die Messe besucht, komme sommerlich gekleidet, unter der grossen Betonkuppel wird es bei schönem Wetter ganz schön heiss. Schwitzen und Kunstgenuss sind nicht kompatibel. Die Messe ist auch was für Architekturfreunde, die Kuppel der Markthalle ist einmalig und von der Strasse aus hat man direkten Blick auf Gebäude der Architekten Herzog & de Meuron, Roger Diener und Richard Meier.

Alle Medien vertreten

Der deutsche Künstler Pius Fox bei Conrads zeigt eine Wand voller kleinformatiger Bilder. Malerei und Zeichnung nebeneinander. Die Malereien sind meist auf schmale Keilrahmen aufgespannt, sodass auch sie den Charakter von Zeichnungen annehmen. Stilistisch orientiert sich Fox an De Stijl und Neo-Geo, beschränkt sich jedoch nicht auf einen Formenkanon, sondern versucht gleichzeitig, seine Motive mittels subtiler Farbklänge energetisch aufzuladen. Neu ist diese Art von Kunst nicht, doch Fox outet sich als konzentrierter Arbeiter, dem es gelingt, die Malereigeschichte um ein kleines Nebenkapitelchen zu ergänzen.

Wiener Galerie zu Gast

Der Wiener Galerist Ernst Hilger zeigt Installationen von Asgar/Gabriel und fotografische Arbeiten von Julie Monaco. Beides sind Künstler, die Hilger auch in seiner in Wiens 10. Bezirk eröffneten «HilgerBrotKunsthalle» zeigt. Die Arbeiten von Asgar/Gabriel vereinen skulpturale und malerische Aspekte, während Julie Monaco düstere Naturaufnahmen am Computer manipuliert und irisierende Landschaften erzeugt.

Aufgefallen sind auch die filigranen Zeichnungen von Thomas Müller, die man am einfachsten mit dem Begriff «lineare Konzentration» charakterisiert, wie man sie in der Schweiz von Silvia Bächli, der viel zu wenig bekannten Künstlerin Mette Stausland oder Karim Noureldin kennt. Das bedeutet, dass die Linien als Träger von Informationen energetisch aufgeladen sind.

Sprungbrett zur Art

Bei Anne de Villepoix, sie gehört zu den Begründern der «Liste», sind spannende Arbeiten von Eberhard Grames und der Baslerin Annette Barcelo zu sehen. Wer es verspielter mag, der befasse sich mit der ästhetisch ansprechenden Arbeit von Liz Jaff aus hunderten gefalteten Papieren, die bei Robert Henry Contemporary zu sehen ist.

An der Volta ist auch dieses Jahr die Aufbruchstimmung zu spüren, die Messe hat sich, wie die Liste, zum Sprungbrett für eine Beteiligung an der Art Basel entwickelt.

Volta 11 Markthalle, Viaduktstrasse 10. Bis Samstag, 20. Juni. Täglich 10–17 Uhr.